Stillen – So stillt man richtig!
Geschrieben am 9. Januar 2012
Stillen ist gesund für Mutter und Kind
Stillen mit Muttermilch in den ersten Monaten nach der Geburt eines Kindes gilt als die beste Ernährung für das Neugeborene. Das Stillen entspricht den Bedürfnissen des Kindes und die Muttermilch enthält im Gegensatz zur Flaschenmilch wichtige Antikörper, die das Kind in den ersten Lebensmonaten vor Krankheit und Infektion schützen. Die Empfehlungen für die Dauer der Stillzeit sind etwas unterschiedlich, doch kann man davon ausgehen, dass wenigsten für 3 bis 6 Monate versucht werden sollte, dem Kind Muttermilch zu geben. Sollte die Milchproduktion der Mutter nicht ausreichen oder das Kind nicht trinken wollen, so kann man mit Hilfe einer Milchpumpe und entsprechenden Stilltees die Situation verbessern. Bei Kindern, die nicht trinken wollen, kann man die Milch auch mit Hilfe einer Spritze in den Mund träufeln, auch bekannt als Finger-Feeding, weil man zwei Finger in den Mund des Kindes führt und die Milch dazwischen einspritzt.
Vorteile des Stillens
Das Stillen hat nicht nur die Funktion als Babynahrung, sondern ist auch von emotionaler Bedeutung für die Mutter-Kind-Beziehung. Auch für die Mutter ergeben sich einige Vorteile durch das Stillen. Die Wundheilung nach der Geburt verläuft schneller und die Gebärmutter bildet sich schneller wieder zurück. Zudem verringert sich das Brustkrebsrisiko.
Vorteile der Flaschennahrung
Aus medizinischer Sicht überwiegen in den ersten Monaten die Vorteile des Stillens, jedoch gibt es auch einige Nachteile, die ein frühes Abstillen durchaus sinnvoll machen können. In erster Linie kann man eine Mutter nicht dazu zwingen, ihr Kind zu stillen. Es ist aber wichtig, dass Babies ausreichend Nahrung und Pflege bekommen, denn sie müssen stetig an Gewicht zunehmen. Mit der Flaschennahrung kann man besser kontrollieren, ob das Baby ausreichend Nahrung bekommt und muss es nicht ständig wiegen. Da Flaschenkinder größere Portionen bekommen, trinken sie nicht so häufig und schlafen nachts früher durch. Da gerade Stress ein großer Faktor für Kind und Eltern ist, kann die Nachtruhe auch von gesundheitlicher Bedeutung für Mutter und Kind sein. Ein Kompromiss wäre hier, die Muttermilch abzupumpen und aus der Flasche zu geben. So kann sich auch der Vater arbeitsteilig um die Mahlzeiten des Nachwuchses kümmern und die Mutter entlasten.
In der heutigen Zeit enthält unser Körper mehr Giftstoffe als früher. Hormone und Antibiotika, die wir über unsere Nahrung zu uns nehmen, befinden sich natürlich auch in der Muttermilch und werden auf das Kind übertragen. Aus dieser Sicht ist die künstliche Milch der Muttermilch sogar überlegen.
Wie stillt man richtig?
Gerade beim ersten Kind sind Mütter oft verunsichert, wie sie ihr Kind an die Brust anlegen sollen. Dabei ist es erstmal wichtig, nicht in Stress zu geraten, sondern in aller Ruhe zu üben, wie Mutter und Kind am besten harmonieren. Diese ersten Übungen sollte eigentlich eine Hebamme im Krankenhaus zeigen und begleiten, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Oft ist es notwendig, den Müttern in diesen Augenblicken etwas Selbstvertrauen zu vermitteln.
Beim Anlegen des Kindes muss man zunächst darauf achten, dass die Nase des Babies nicht abgedeckt ist, damit es frei atmen kann. Um gut saugen zu können, muss dass Kind die Brustwarze und einen großen Teil des Warzenhofes in den Mund nehmen. Am Anfang sollte die Mutter das Kind dabei unterstützen.
Bei Säuglingen müssen angelegt werden, wenn sie Durst haben, feste Mahlzeiten sind zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Man sollte die Kinder auch nicht zu lange an der Brust nur spielen lassen, denn es können so Entzündungen an der Brustwarze entstehen.
Abstillen
Unter Abstillen versteht man den schrittweisen Umstieg von der Muttermilch auf sog. Beikost oder die Flaschenmilch. Im Alter von 6 Monaten können Kinder das erste Mal mit Brei gefüttert werden. Ob der Brei selbst gemacht oder gekauft ist, spielt keine große Rolle, da die Babynahrung in Europa hervorragend kontrolliert ist und an die Bedürfnisse von Kindern angepasst ist.

