Plötzlicher Kindstod
Geschrieben am 14. Juli 2009
Der plötzliche Kindstod (engl. SIDS = Suden Infant Death Syndrome) tritt meistens bei Kindern unter einem Jahr auf. Ohne erkennbare Anzeichen setzt im Schlaf die Atmung aus und die Kinder versterben. Bisher gibt es lediglich einige bekannte Risikofaktoren, die den plötzlichen Kindstod begünstigen können, aber über das Stadium der Vermutungen sind die Erkenntnisse nicht hinausgekommen. So gilt heute die Bauchlage des Babys im Schlaf als ungünstig, natürlich auch Rauchen in der Schwangerschaft und Stillzeit, sowie zu warme Schlafräume.
Die Anzahl der in Deutschland am plötzlichen Kindstod verstorbenen Babies konnte in den letzten Jahren durch eine bessere Vorsorge gesenkt werden. Die Quote liegt z.Z. bei ca. 0,04%, was im Jahre 2005 in Deutschland 323 Todesfällen entsprach.
Was ist plötzlicher Kindstod?
Es gibt verschiedene Theorien, welche Vorgänge sich im Körper des kleinen Menschen abspielen, die zum Tode führen könnten, keine davon ist aber belegt. So werden in den unterschiedlichen Auffassungen hormonelle Veränderungen genauso in Betracht gezogen, wie von Pilzen stammende giftige Gase, bakterielle Infektionen oder ein gestörter Blutfluss zum Gehirn.
Vorbeugung
Das Risiko am plötzlichen Kindstod zu versterben ist nicht für jedes Kind gleich. Es gibt typische Risikogruppen. Meist sind es aus sozial schwachen Familien kommende Kinder, aber auch Frühgeborene, Mehrlingskinder oder Kinder mit einem geringen Geburtsgewicht, haben ein signifikant erhöhtes Kindstodrisiko. Kinder aus dem klassischen Risikogruppen kann man zur Vorsorge nachts auf eine spezielle Unterlage schlafen legen. Diese Herz-Atem-Monitore kontrollieren die Vitalfunktionen des Kindes und geben bei Auffälligkeiten Alarm an die Eltern. Angeblich ist die Wirksamkeit dieser Überwachungsmaßnahmen nicht bewiesen, aber sollte es gelingen, auch nur einem Kind damit das Leben zu retten, so hat sich der Einsatz schon gelohnt. Es bleibt zu vermuten, dass es sich hier bei den fehlenden Empfehlungen für die Herz-Atem-Kontrolle eher um finanzielle als um medizinische Gründe handelt. Jedenfalls sind außer den recht hohen Kosten keine negativen Nebenwirkungen der Herz-Atem-Monitore bekannt.
Die meisten Eltern denken, dass es kleine Kinder immer kuschelig warm und weich im Bett brauchen, da sie doch diese Bedingungen auch im Bauch der Mutter vorgefunden hatten. Inzwischen weiß man, dass Kinder eher hart und kalt schlafen sollten. Die Zimmertemperatur im Schlafzimmer sollte 16 – 18 Grad C° betragen und es ist für frische Luft zu sorgen (keine Zugluft). Um zu verhindern, dass sich die Kinder selber die Decke über das Gesicht ziehen können, sollte man Kinder bis zum Alter von 2 Jahren in einem Kinderschlafsack legen. Je nach Jahreszeit gibt es Modelle mit und ohne Futter. Säuglinge sollte man in die Rückenlage betten und den Kopf leicht zur Seite drehen. Sind die Kinder etwas größer und fangen an, sich selber zu drehen, kann man dem Kind überlassen, wie es schlafen möchte. Oft sieht man, dass Kinder die gleichen Schlafangewohnheiten wie die Eltern haben und es gibt dann auch keinen Grund sie zu zwingen, auf dem Rücken zu liegen.
Säuglinge und Kleinkinder sollten immer mit den Eltern in einem Raum schlafen, so kann man das Kind besser kontrollieren. Gerade Säuglinge neigen dazu, auch noch einige Zeit nach der Mahlzeit auszuspucken und können im ungünstigen Fall am Erbrochenen ersticken. In keinen Fall aber dürfen Säuglinge oder Kleinkinder im Bett der Eltern schlafen. Das ist hochgefährlich und kann dazu führen, dass die Atemwege der Kinder unbemerkt zugedeckt werden. Die Konsequenz ist dann sehr schnell, dass die Kinder ersticken.
Die Eltern
Ein Kind zu verlieren, gehört zu den Erlebnissen eines Menschen, die am stärksten traumatisieren. Dass keine Ursache für den Tod gefunden werden kann, belastet Eltern zusätzlich und vermittelt ihnen ein Gefühl von Hilflosigkeit. Eltern von Kindern, die am plötzlichen Kindstod verstorben sind, haben bedingt durch ihre Leiden, eine geringere Lebenserwartung und eine höhere Selbstmordrate.

