Multiple Sklerose
Geschrieben am 20. Juli 2009
Multiple Sklerose ist die am häufigsten auftretende entzündliche Erkrankung des menschlichen Nervensystems. In der Regel bricht sie bereits bei jungen Erwachsenen aus. Diese Diagnose verändert das Leben der jungen Menschen auf einen Schlag. Besonders bedauerlich ist dabei, dass der Verlauf der Krankheit so wenig vorhersagbar ist. So befinden sich die Betroffenen ständig zwischen Hoffen und Bangen, ohne die Möglichkeit zu haben, eine Lebensplanung zu machen. Die Krankheit verläuft bei einem kleinen Teil der Patienten ohne Komplikationen, sie können ein ganz normales Leben führen, andere hingegen sind schon nach kurzer Zeit nicht mehr in der Lage, bedingt durch Lähmungen, ein eigenständiges Leben zu führen. Vorhersagbar ist die Entwicklung in keinem der Fälle.
Bei Multiple Sklerose kann es zur Ausprägung der verschiedensten Symptome kommen. Nervenschmerzen oder Muskellähmungen, aber auch Sehstörungen sind möglich. Diese treten in Schüben auf und lassen dann wieder nach. Auslöser sind Entzündungen der Markscheiden, die sich an den Nervenfasern des zentralen Nervensystems befinden. Die Diagnose von der MS Krankheit ist aufwändig, aber in aller Regel dann eindeutig. Untersuchungen am Gehirn und den Nerven geben zuverlässige Ergebnisse.
Auch wenn die vollständige Heilung der Krankheit noch nicht möglich ist, so hat sich doch in den letzten Jahren die Lebensqualität der Erkrankten verbessert, da inzwischen eine Reihe von Medikamenten und Therapien zur Verfügung stehen, die den Verlauf der Krankheit abschwächen. Die Medikamente haben eine entzündungshemmende Wirkung und können vor allem die Heftigkeit der MS-Schübe abmildern. Neben den offiziell anerkannten Medikamenten gibt es noch eine Reihe von alternativen Behandlungsmethoden. Die Multiple Sklerose Gesellschaft kümmert sich um alle Belange, die diese Krankheit betreffen.
Multiple Sklerose – Autoimmunerkrankungen
Unser Körper betreibt ein aufwändiges System, um feindliche Angriffe von außen abzuwehren, das sog. Immunsystem. Ein gesunder Körper kann ohne Probleme zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen unterscheiden und aktiviert das Immunsystem nur, wenn zum Beispiel Grippeviren ihn angreifen. Bei einer Autoimmunerkrankung ist es anders, dort kann der Körper in bestimmten Fällen nicht mehr erkennen, was von außen kommt und feindlich ist und was zu ihm gehört. Auch kann er die Heftigkeit seiner Antwort nicht mehr dosieren. So kommt es dazu, dass Immunreaktionen ausgelöst werden, ohne dass überhaupt ein Angriff von außen vorliegt. Je nach Art der Autoimmunerkrankung sind die Symptome, die diese unbegründete Selbstverteidigung des Körpers ausbilden, unterschiedlich. Während einige Abwehrreaktionen den Magen-Darm-Trakt betreffen, sind es bei Multipler Sklerose die Nervenzellen des Gehirns und des ZNS, die sich entzünden und falsche Informationen weiterleiten oder die richtigen Reaktionen verhindern.
Multiple Sklerose Therapie
Beim Auftreten von akuten Schüben der Krankheit wird traditionell mit Gabe von Kortison-Präparaten reagiert. Sie werden intravenös gespritzt und sorgen für eine Abmilderung der entzündlichen Vorgänge.
Inzwischen besteht auch die Möglichkeit Betainterferone einzusetzen, die auf genetischer Ebene versuchen, die Autoimmunreaktion zu unterbinden.
Die Nebenwirkungen aller Gegenmittel sind bei kurzeitiger Vergabe gering, muss ein Patient jedoch durch die schwere seiner Krankheit ständig behandelt werden, dann sind Folgeschäden der MS-Therapie nicht auszuschließen.
Es gibt weiterhin eine Anzahl von Medikamenten, die als Langzeittherapie für die schubförmig verlaufende Multiple Sklerose eingesetzt werden können. Die Behandlung ist jedoch sehr aufwändig, da regelmäßig das Blutbild der Patienten kontrolliert und die Behandlung angepasst werden muss. Nicht jedes Mittel ist auch für jeden Patienten einsetzbar, da z.B. Menschen mit Herzschäden viele Präparate nicht vertragen.
Es ist also unbedingt notwendig, für die Behandlung von MS einen Spezialisten aufzusuchen, da das benötigte Wissen ohne eine Spezialisierung auf diese Krankheit bei unseren Ärzten nicht ausreichend sein kann. Durch das in allen Fällen immer wieder unterschiedliche Krankheitsbild und den unterschiedlichen Krankheitsverlauf, sollte die Therapie von einem erfahrenen Arzt begleitet werden. Hierfür gibt es in Deutschland entsprechende Therapiezentren, die sich auf die Arbeit mit MS-Patienten spezialisiert haben.
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