Depression
Geschrieben am 8. Juli 2009
Immer mehr Menschen erkranken an Depressionen, schon etwa 20% der Bevölkerung leidet unter einer depressiven Erkrankung. Biologische und psychologische Einflüsse können für die Entstehung einer Depression verantwortlich sein. Besonders unter Belastungen neigen Menschen dazu, mit depressiven Symptomen zu reagieren.
Meistens sind die Symptome einer sich entwickelnden Depression nur schwer zu erkennen. Gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit sind Anzeichen dafür. Halten die typischen Signale für mehr als zwei Wochen an, dann spricht der Arzt in der Regel schon von einer Depression. Je nach Verlauf und Intensität der Symptome, unterscheidet man dann die Art der Erkrankung.
Die Behandlungsmethoden sind sehr unterschiedlich, es gibt verschiedene Psychotherapien, aber auch Medikamente zur Stimmungsaufhellung. Welche Behandlung angebracht ist, hängt auch von der Vorgeschichte des Patienten ab und muss individuell vom Psychologen oder Psychiater entschieden werden. Der vorzeitige Abbruch von Therapien sollte in jedem Fall vermieden werden, damit ein Rückfall verhindert werden kann.
Phasen von Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit kennen fast alle Menschen. Nach einer Trennung oder dem Verlust eines wichtigen Menschen, aber auch einfach bei drohender Arbeitslosigkeit, reagieren wir ganz natürlich mit Traurigkeit und fühlen uns unmotiviert und niedergeschlagen. Normalerweise setzt bei Menschen nach kurzer Zeit ein Prozess der Selbstheilung ein, man nimmt wieder an gesellschaftlichen Ereignissen teil, kann sich auch fröhlich zeigen und lachen. Wer aber nicht in der Lage ist, die Trauer oder Angst selber in den Griff zu bekommen, bei dem verstärken sich die Symptome mit der Zeit und es entwickelt sich eine Depression.
Die Hilfe von Freunden bei einer depressiven Erkrankung
In einer solchen schweren Phase ist es immer wichtig, dass die erkrankte Person Hilfe von Freunden bekommt. Der Depressive wird diese Hilfe zwar in aller Regel ablehnen, doch umso wichtiger ist es, dass sich Freunde nicht von ihm zurückziehen. Das Gefühl von Leere und Selbstzweifeln lähmt den Kranken und macht ihn unerreichbar für Zuspruch und Ablenkung, oft können sogar die einfachsten Aufgaben des Alltags nicht mehr vollständig erledigt werden. Das verstärkt die Probleme noch und macht eine schnelle professionelle Hilfe notwendig. Für Freunde stellt sich das Problem, dass in unserer Gesellschaft Erkrankungen des Geistes immer noch als Makel gelten. Erklärt man einem Freund, dass man der Meinung sei, er solle sich unbedingt bei einem Psychiater Hilfe suchen, dann beleidigt man ihn damit und wird sicherlich zurückgewiesen. Man kann als Freund seine Ratschläge nur sehr dezent anbringen, zum Beispiel kann man ihm einfach eine Telefonnummer von einem Facharzt geben, ohne zu erwähnen, dass es sich um einen „Seelenklempner“ handelt.
Genetische Gründe für depressive Erkrankungen
Die Forschung beschäftigt sich heute besonders intensiv mit den genetischen Ursachen von seelischen Erkrankungen. Man konnte zeigen, dass bestimmte Gene und bestimmte Regionen im Gehirn im Zusammenhang mit Gemütsschwankungen stehen. Sind die Regionen im Gehirn besonders aktiv, die für positive Gefühle zuständig sind, so ist das Risiko für die Ausbildung einer Depression geringer. Bei depressiven Patienten ist die Ausschüttung von Stresshormonen erhöht und die Anzahl der Neurotransmitter, die regulierend in die Gefühlswelt des Menschen Einwirkungen, erniedrigt. Diese Neigung zu mentalen Störungen ist vererblich.
Seelische Gründe für depressive Erkrankungen
In unserer Kindheit entwickeln wir bereits die wichtigsten Denkmuster, die später Einfluss auf unsere Wahrnehmung und Konfliktbewältigung haben. Die Vermittlung von negativen Denkmustern, die uns von den Eltern oder der Umwelt vermittelt werden, kann später dazu führen, dass sie übernommen und fortgeführt werden. Der Mensch traut sich weniger zu, sieht sich selber schnell als Versager und Außenseiter und ist nicht in der Lage positiv mit Problemen umzugehen. Die Vermittlung einer positiven Weltsicht und das Erlernen von Problemlösungsstrategie gehören zu jeder guten Erziehung dazu.
Schlussfolgerungen
Erkrankungen der Psyche können sich weiter vererben. Wer von sich selber weiß, dass er zu intensiven Gefühlschwankungen neigt, aus denen er nur schwer zurück findet, der sollte bei der Erziehung der Kinder besonders darauf achten, dass schon frühzeitig eine positive Weltsicht vermittelt wird. Lernen Kinder auf Bedrohungen oder Versagen adäquat zu reagieren, dann sind ihre Chancen später wesentlich größer, trotz ihrer genetischen Veranlagung, nicht an einer endogenen Depression zu erkranken.
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