Borderline
Geschrieben am 8. Juli 2009
Borderline Störungen werden den Persönlichkeitsstörungen zugeordnet. Die Symptome sind in einer fortdauernden Störung von sozialen Beziehungen, der Eigenwahrnehmung und der Stimmung zu finden. Manisch-depressives Verhalten, häufig wechselnde Bindungspersonen oder Beziehungen, bis hin zu selbstgefährdendem oder selbstverletzendem Verhalten, kennzeichnen die Borderline Krankheit.
Borderline – Betroffene
In der Kindheit von Borderline-Persönlichkeiten finden sich oft Missbrauchserlebnisse, Gewalt, der Verlust von Bezugspersonen und andere schwere eingreifende Erlebnisse, die im Zusammenhang mit sozialem Erleben zu tun haben.
Borderline – Therapie
Es gibt viele Wege der Therapie. Das Borderline Forum ist eine Anlaufstelle, wo sich Betroffene und Erkrankte zusammen finden und Erfahrungen austauschen. In der Regel ist es wichtig, dass nach der Diagnose einer Borderline-Erkrankung erstmal der Alltag der Person stabilisiert wird. Davon ausgehend, können dann verschiedene Therapieansätze dabei helfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und dem Patienten ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.
Ängste
Menschen mit dem Borderline-Syndrom leiden in der Regel unter den verschiedensten Ängsten, die alle in einer Art mit der sozialen Interaktion zu tun haben. Sie leiden unter dem Alleinsein, haben aber auch gleichzeitig Angst vor Nähe. Sie fürchten sich davor, dass sich ihre Persönlichkeit verändert oder verliert.
Da Borderline-Persönlichkeiten oft besonders ehrgeizige und partiell sehr leistungsfähige Menschen sind, empfinden sie das Versagen im Beruf als unerträglich. Selbst kleinste Rückschritte werden als bedrohlich empfunden und führen dazu, dass sich der Mensch als Ganzes in Frage stellt. Auch das Scheitern einer Beziehung wird von diesen Menschen intensiver und bedrohlicher wahrgenommen, als es normalerweise der Fall ist.
Selbstverletzendes Verhalten
Ein großes Problem haben Menschen, die sich selber verletzen und sich selber Schmerzen zufügen. Die Formen des selbstverletzenden Verhaltens sind unterschiedlich. Sie beginnen mit dem Zufügen kleiner Schnittwunden und führen bis hin zu massiven Quetschungen oder Verbrennungen, werden allerdings nie als Suizidversuch ausgeführt. Menschen, die sich selber verletzen, tun dies aus unterschiedlichen Gründen. Man will sich selber wieder intensiver wahrnehmen, man will sich in einen Rauschzustand versetzen, man will sich selber bestrafen. Es ist kein Hilferuf, so verstecken Borderliner ihre Verletzungen auch immer vor der Öffentlichkeit. Im Borderline Video kann man sehen, wie sich Menschen teilweise selber zurichten. Da sind ganze Arme mit kleinen Schnitten oder Einstichen zum Blutabnehmen versehen oder blaue Flecken zeugen von den Selbstmisshandlungen.
Entstehung und Diagnose
Auch wenn sich die Borderline Syndrome gut beschreiben lassen, so ist doch eine Klassifizierung und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen schwer vorzunehmen. Auch die schwere der Erkrankung ist individuell unterschiedlich und kann in den verschiedenen Lebensphasen schwanken. Wer sich selber mit der Diagnose Borderline konfrontiert sieht, der sollte nicht schockiert reagieren, denn es ist kein Todesurteil. Nicht selten werden solche Diagnosen auch widerrufen. Es ist zurzeit eine Art Modeerscheinung schnell BSP zu diagnostizieren und vermutlich wird es Fälle geben, in denen sich die Krankheit erst nach der Diagnose wirklich ausgeprägt hat. In jedem Fall empfiehlt es sich, nicht nur den Rat eines Arztes einzuholen, sondern sorgfältig zu analysieren, worum es sich bei der Erkrankung tatsächlich handelt.
Da fast alle Borderline-Störungen mit einer endogenen Depression einhergehen, ist eine genaue Bestimmung der Entstehungsgeschichte kaum möglich. Es gibt sowohl biologische als auch exogene Ursachen, die nicht immer von einander abgegrenzt werden können.
Fazit
Die Persönlichkeitsstörung Borderline wird zwar schon lange als Begrifflichkeit verwendet, doch genaue Studien liegen bis heute so gut wie nicht vor. So vielseitig wie die Krankheit ist, so vielseitig sind auch die Erfahrungen und Therapieansätze. Die Forschung sollte sich intensiver mit dem Problem BSP auseinander setzen, auch um den Betroffenen und Familien mehr Sicherheit zu vermitteln. Wer mit der Diagnose seines Arztes unzufrieden ist, der sollte sich nicht ohne weitere Prüfung in eine Schublade stecken lassen, dazu ist die Häufigkeit von ungenauen oder falschen Diagnosen zu groß.
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Ein weiterer Input zum Thema Borderline könnte folgender Film sein:
http://vimeo.com/14490004
Ich hoffe er gefällt euch!