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Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)

Geschrieben am 8. Juli 2009

aufmerksamkeitsdefizitVor allem Kinder sind vom ADS Syndrom betroffen. Bemerkbar macht sich die Krankheit durch eine Hyperaktivität der Kinder, von einfachen Aufmerksamkeitsdefiziten oder Konzentrationsstörungen, bis hin zu körperlicher Unruhe und gestörten Sozialverhalten. Etwa 2 -10% der Kinder leiden unter dieser Krankheit und bekommen eine ADHS Behandlung.
Die Diagnose ADS/ADHS ist eine Mode geworden und Eltern sollten aufpassen, dass eine einfach entwicklungsbedingte Lernschwäche nicht gleich mit dieser Krankheit abgestempelt wird. Gerade in Großstädten unterliegen Kinder einem permanenten Stress, der zu ähnlichen Symptomen führen kann, ohne dass die Kinder wirklich dauerhaft krank sind. Eine motorische Hyperaktivität muss nicht immer gleich krankhaft sein, sondern kann auch darauf hindeuten, dass die Kinder nicht ausgelastet sind.

Diagnose und Behandlung von ADS/ADHS
Die Diagnose des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms ist nicht eindeutig zu treffen. Sie beruht auf der Analyse der Vorgeschichte des Kindes, einer allgemeinen körperlichen Untersuchung zum Ausschluss anderer Erkrankungen und einigen neuropsychologischen Tests. Laut Schätzungen werden in Deutschland etwa 50% der Diagnosen zu Unrecht gestellt und Kinder daraufhin falsch behandelt. Die Diagnose muss über einen sehr langen Zeitraum gemacht werden, es sind umfangreiche Test und Befragungen notwendig, die unter Aufsicht und Anleitung eine Kinder- und Jugendpsychiaters zu geschehen haben. Da alle erforderlichen Maßnahmen, inklusive einer Magnetresonanztomografie und eines EEG, sehr aufwändig und teuer sind, scheuen viele Ärzte die Kosten und treffen ihre Diagnose voreilig. Eltern sind hier in der Verantwortung, ihr Kind nicht voreilig in Behandlung zu geben.
Die Behandlung von ADS/ADHS erfolgt durch gleichzeitig durch verschiedenen therapeutische Maßnahmen und in schweren Fällen auch mit Medikamenten. Die Bezugsperson des Kindes sollte in diese Therapien miteinbezogen werden, selbst wenn in schweren Fällen eine Unterbringung im Heim erforderlich ist.

Ursachen von ADS/ADHS
Es gibt für das Auftreten der Krankheit genetische, körperliche, psychologische und soziale Faktoren. So wurde festgestellt, dass ADS Kinder zu 50% bestimmte Veränderungen im Gehirn aufweisen, die oft auch in der Elterngeneration aufgetreten sind und zu den gleichen Symptomen geführt haben. Dies ist aber nur ein Teil der Betroffenen. Es können ebenso Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt als Ursache für neuronale Schädigungen in Betracht kommen.
Ob und wie die Krankheit sich bei ADHS-Betroffenen entwickelt und ob sie überhaupt auffällig wird, häng stark vom Umfeld ab. Zu Beginn treten Auffälligkeiten oft erst im Rahmen der Familie auf, bevor sie auch im sozialen Umfeld des Betroffenen wahrgenommen werden. Je nach dem, wie Eltern auf das Verhalten ihrer Kinder reagieren, kann sich eine Krankheit manifestieren und verstärken oder unauffällig bleiben. Leider ist es bisher noch nicht gelungen, zuverlässige Anweisungen zu geben, wie man den Ausbruch der Krankheit schon im Vorfeld abwenden kann.

Autogenes Training als Therapie
Unsere Kinder sind heute einer Belastung ausgesetzt, unter der jeder Erwachsene zu leiden hätte. Neben dem Stress, der das körperliche Wachstum mit sich bringt, müssen sie noch diverse andere Leistungen vollbringen. Sie müssen lernen, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden, sie müssen sich selber kennen lernen. Sie haben eine große Leistung in der Schule zu vollbringen und meistens noch zuhause entsprechende Schulaufgaben zu erledigen. So mancher Schüler wäre froh, er hätte wie sein Vater nur eine 40 Stunden Woche.
Um von all diesem Stress zu entspannen, kann man bereits Kindern eine Art autogenes Training vermitteln. Man kann ihnen beibringen, sich zu entspannen und zu meditieren. Früher geschah dies in der Form, dass die Eltern Geschichten vorgelesen haben oder einfach intensiv mit den Kindern gespielt haben. Hier erholen sie sich am besten vom Stress und lernen ausgeglichen und ruhig zu sein. Leider haben das Fernsehen und der Computer solche Familienerlebnisse selten gemacht und so muss man schon bei Kindern zu therapeutischen Maßnahmen greifen, wie sie sonst nur Erwachsenen vorbehalten sind.

Diskutieren Sie über ADHS bei Kindern oder ADS/ADHS bei Erwachsenen auf imedo.de.

1 Kommentar zu “Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)”

  1. Claudia sagt:

    Ich arbeite seit vielen Jahren in einer Elternschule und seit einigen Jahren auch an einer Gesamtschule. Es gibt Kinder die unkonzentriert, unruhig und “nervig” sind. Diesen Kindern fehlt es in der Regel an Zuwendung, Regelbewusstsein und sie haben nicht gelernt Frustrationen auszuhalten. Spätestens mit der Pubertät ist eine “Umerziehung” so gut wie ausgeschlossen. Erzieher und Lehrer können ohne die Mithilfe der Eltern wenig ausrichten. Diese Eltern sind es in der Regel auch, welche gerne auf die Hilfe von Medikamenten zurückgreifen. Pädagogen sind zwar überwiegend dagegen, und dennoch froh ein umgänglicheres Kind in ihrer Gruppe zu haben.
    Eltern von “echten” ADHS Kindern sind nicht unbedingt diejenigen die ihre Kinder vernachlässigen. Leider wird es noch immer so dargestellt als läge es nur an der Erziehung. Auch in ihrem Beitrag. ADHS ist eine Krankheit und Eltern kranker Kinder haben es wirklich schwer. Ihnen gebührt Respekt und man sollte sie mit Vorwürfen verschonen.

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