Verhütungsmethoden
Geschrieben am 28. Juli 2009
Der Wunsch, Geschlechtsverkehr zu haben und dabei nicht schwanger zu werden, ist vermutlich so alt, wie die Kenntnis der Zusammenhänge zwischen Koitus und Schwangerschaft. Dabei gibt es die verschiedensten Wege, wie auch Gründe, dieses Ziel zu erreichen.
Bereits im alten Ägypten muss es wichtige Gründe zur Verhütung gegeben haben, denn die Anzahl an vorgeschlagenen Verhütungsmethoden, die sich aus Schriften und Bildern rekonstruieren lässt, es größer, als man es für diese Zeit vermuten möchte. Dabei sind neben einigen eher mystischen Rezepten auch tatsächlich wirksame Ideen, um das Eindringen des männlichen Samens in die Eierstöcke der Frau zu verhindern. Es finden sich erste Anleitungen für die Herstellung von Tampons aus pflanzlichen Stoffen (die Geschichte der Menstruation muss also doch nicht neu geschrieben werden), deren Aufgabe es war, auf mechanischem Wege den Spermien „das Leben“ schwer zu machen. Als mechanische Barriere, deren Wirksamkeit vermutlich recht hoch war, wurde zu dieser Zeit auch Honig benutzt, den sich die Frau vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina einführte. In diesem Medium konnten sich die Spermien nur schwer bis gar nicht verbreiten. Aber auch chemische und biologische Methoden der Verhütung waren zu dieser Zeit bekannt. Säfte, Sauermilch oder Tinkturen sollten in der Vagina für ein saures Medium sorgen, das eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich macht. Zu den biologischen Verhütungsmethoden gehörten der Beischlaf während der Schwangerschaft oder Periode, aber auch die fruchtbaren Tage der Frau waren schon bekannt und konnten daher gemieden werden.
Es findet sich in dieser und auch späteren Zeiten eine Vielzahl an Verhütungsmethoden, deren Wirkungsprinzipien bis heute erhalten geblieben sind. Lediglich die Materialien haben sich verändert. So bestehen Diaphragmen nicht mehr aus Zitronenschalen und Kondome nicht mehr aus Papyrus.
Coitus interruptus und Enthaltsamkeit
Mit dem Beginn des Christentums veränderte sich in vielen Gegenden der Welt das Verhältnis zur Sexualität und Verhütung. Christliche Lehren sehen den sexuellen Akt als Sünde an, er wird nur und ausschließlich in der Ehe und zum Zwecke der Zeugung akzeptiert. So wurde die Enthaltsamkeit zur einzigen von den Obrigkeiten empfohlenen Verhütungsmethode.
Die einzige in der Bibel beschriebene Verhütungsmethode ist der coitus interruptus, also ein abgebrochener Geschlechtsakt, bei dem sich der Same des Mannes außerhalb der Vagina ergießt. Doch auch diese Methode gefällt Gott nicht und er lässt Onan daher sterben. In den folgenden Jahrhunderten war der unterbrochene Geschlechtsakt jedoch trotzdem die vermutlich am weitesten verbreitete Methode der Verhütung, da sie einfach zu praktizieren war und weder Vorbereitung noch ärztliche Kenntnisse verlangte.
Kondome
Der Geschichte nach wurde das erste Kondom nicht zur Verhütung, sondern zum Schutz gegen Geschlechtskrankheiten eingesetzt. König Minos war es, der seinen Geliebten den Tod brachte, vermutlich hatte er sich mit kleinen Tierchen infiziert. Der Prokris, ebenfalls eine Geliebte des Minos, kam die Idee, dem Herrscher vor dem Geschlechtsakt eine Ziegenblase über den Penis zu ziehen. König Minos war ihr dankbar, konnte er doch von nun an ohne Risiko seiner Lust frönen. Bis heute ist das Kondom das einzige Verhütungsmittel, das nicht nur vor Schwangerschaft, sondern gleichzeitig auch vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten schützt.
Anti-Baby-Pille
Die seit den 60er Jahren bekannte Anti-Baby-Pille erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Das Wirkungsprinzip baut auf einer Hormonbehandlung mit Östrogen und Gestagen auf, das Frauen für eine Weile unfruchtbar machen soll. Es gibt sie in verschiedenen chemischen Zusammensetzungen und Darreichungsformen und sie wird zu den sichersten Verhütungsmitteln gezählt. In Europa und Amerika ist die Pille das am häufigsten eingesetzte Verhütungsmittel.
Weitere moderne Verhütungsmethoden
Hormonelle Verhütung
Depotspritze, Implantat, Vaginalring, Verhütungspflaster, Minipille, Mikropille, Dreistufenpräparate
Barriere Methoden
Kondom, Diaphragma, Intrautinpessar
Enthaltsamkeit, Temperaturmessung, Kalendermethode
Über die Wirksamkeit natürlicher Methoden, wie beispielsweise die Yamswurzel, wird bisher nur spekuliert, da dies noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte.
Aufklärung
Hören wir Geschichten aus der Antike, so lachen wir über die scheinbare Naivität dieser Leute. Das Lachen vergeht uns aber, wenn wir uns mit Jugendlichen aus unserer heutigen Zeit unterhalten. Nicht nur, dass sie immer früher ihren erste Sex erleben, sie verbreiten und glauben auch den gleichen Unfug, der schon vor Jahrhunderten Grund für so manche ungewollte Schwangerschaft war.
Es ist Aufgabe der Lehrern und Eltern, den Kindern frühzeitig einen gesunden, offenen und unkomplizierten Zugang zum Wissen über Verhütung und Schwangerschaft zu verschaffen.
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