. .

Homosexualität

Geschrieben am 28. Juli 2009

homo.Als Homosexualität wird die gleichgeschlechtliche Liebe und Sexualität bezeichnet, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Homosexuelle Männer nennen sich selber „schwul“, während sich homosexuelle Frauen als lesbisch bezeichnen. Das Thema Homosexualität wird weltweit sehr unterschiedlich behandelt. In den modernen westlichen Industrienationen ist ein offener Umgang möglich, in weniger zivilisierten Gesellschaften hingegen müssen sich Homosexuelle verstecken und werden auch teilweise verfolgt. Je patriarchalischer eine Gesellschaft ist, umso ablehnender stehen die Menschen, Männer wie Frauen, homosexuellen Neigungen gegenüber.

Geschichte der Homosexualität
Im Altertum wurde Homosexualität meistens voll akzeptiert. Gleichgeschlechtliche Sexualität zwischen Männern wurde vielfach als Ritual praktiziert, das von Aufnahmeritualen bis hin zu Männlichkeitsritualen reichen konnte. Viele bedeutende Herrscher, wie z.B. Alexander der Große, Julius Caesar oder Friedrich der Große, waren für ihre homosexuellen Vorlieben bekannt und mussten diese auch nicht verstecken.
Eine Änderung brachte erst die Verbreitung des Christentums, das Sexualität und Lust als Sünde betrachtet und diese nur zum Zwecke der Fortpflanzung als ehelichen Akt akzeptiert. Daraus folgte im Laufe der Jahrhunderte eine Ära der Verfolgung und Ächtung von Homosexualität, die bis in unsere heutige Zeit anhält. Daran konnte weder die Aufklärung noch die sexuelle Revolution entscheidend etwas ändern, auch wenn sie vorübergehend in manchen Ländern für bessere Rechte und Lebensbedingungen von Homosexuellen geführt haben.
Zur Zeit der Lehren Freunds  beginnt auch die Medizin und Psychologie sich diesem Thema ausführlicher zu widmen. Es wird versucht, Homosexualität als Krankheit zu begreifen und diese entsprechend zu therapieren. In dieser Zeit werden auch die Grundlagen dafür geschaffen, dass Homosexuelle in der Nazizeit als abartig bezeichnet und massenhaft verfolgt und hingerichtet werden.
Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs war es die Schweiz, die als erstes deutschsprachiges Land Homosexualität unter bestimmten Bedingungen nicht mehr unter Strafe stellte, doch bis zu einer Tolerierung in der Gesellschaft, wie wir sie heute in einigen modernen Nationen haben, war es noch ein weiter Weg.

Liberalisierung
Im Juni 1969 veranstalteten homosexuelle Männer und Frauen in den USA den ersten Christopher Street Day. Sie demonstrierten damit zum ersten Mal publikumswirksam in der Öffentlichkeit gegen ihre Diskriminierung. Stück für Stück haben sich Homosexuelle in Europa und Amerika gleiche Rechte und Akzeptanz in der Gesellschaft erkämpft. Inzwischen hat die Diskriminierung in den westlichen Nationen abgenommen, es werden schwule Männer in wichtige Positionen berufen, Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern sind in einigen Ländern möglich.
In den ehemaligen kommunistischen Staaten ist dieser Prozess noch nicht in Gang gekommen. Hier gelten, besonders in der Gesellschaft, noch verstärkt die alten patriarchalischen Normen, was vermutlich auch auf einen größeren Einfluss der orthodoxen Kirche zurückzuführen ist. So wird es Aufgabe der jungen Generationen sein, die europäischen Gesetze mit Leben zu füllen und das Denken der Gesellschaft im Laufe der Jahre hin zu mehr Toleranz zu verändern.

Homosexualität in der Kunst
Homosexualität hat in der Kunst schon immer eine Rolle gespielt. Da die gleichgeschlechtliche Liebe im antiken Griechenland anerkannt war, gab es natürlich auch entsprechende Abbildungen und Texte, die sich mit diesem Thema beschäftigten.
Homosexuelle Künstler mussten sich seit dem Mittelalter bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts verstecken. Berühmt ist der Fall des Schriftsteller Oskar Wilde, der noch 1895 zu zwei Jahren Zuchthaus mit harter Arbeit wegen Unzucht verurteil wurde. In der Haftzeit verstarb seine Frau, Wild wurde 1897 krank und entkräftet aus dem Gefängnis entlassen. Drei Jahre nach seiner Haftentlassung verstarb Wilde im Alter von 45 Jahren im Pariser Asyl an den Folgen einer Hirnhautentzündung.
In der heutigen Zeit beschäftigen sich wieder viele Künstler mit dem Thema Homosexualität, darunter bekannte Regisseure wie Roland Emmerich oder Rainer Werner Fassbinder. George Michael oder Elton John können öffentlich zu ihrer Homosexualität stehen, ohne dass es ihrem Ruf als Künstler schadet. Die dunkle Periode scheint überstanden zu sein, doch birgt das Thema immer noch viel Konfliktpotential in sich.

Diskutieren Sie über Homosexualität auf imedo.de.

Schreiben Sie einen Kommentar

XHTML: Diese Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 
Werbung
Werbebanner 160 x 128