Geschlechtskrankheiten, Sexuell übertragbare Krankheiten, STD
Geschrieben am 28. Juli 2009
Als Geschlechtskrankheiten werden Krankheiten bezeichnet, die beim Geschlechtsverkehr oder anderen sexuellen Praktiken übertragen werden können. Sie müssen daher nicht unbedingt die Geschlechtsorgane betreffen, sondern werden lediglich mit sexuellen Handlungen in Verbindung gebracht. Trotz aller Aufklärung, sind Patienten mit Geschlechtskrankheiten bis heute gezwungen, sich zu verstecken, da diese Krankheiten als Makel gelten. Wer sich ansteckt, gilt als unsauber, abstoßend, asozial. Selbst manche Ärzte können sich nicht davon befreien, vielleicht auch, weil die Kirche in den vergangenen Jahrhunderten, bis in unsere heutige Zeit andauernd, einen modernen Umgang mit diesem Thema verhindert hat.
Das Bewusstsein zum Thema Geschlechtskrankheiten ist in der Bevölkerung nicht sehr groß. Es gilt die Regel „mich betrifft es nicht“ und daher sind Aufklärung und Informationen genauso wenig populär, wie die Verwendung von Kondomen oder andere Formen des „Safer Sex“ (z.B. Monogamie) Selbst das Auftreten von AIDS hat an diesem Verhalten nur vorrübergehend etwas geändert. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Krankheiten wie Hepatitis B, Herpes Genitalis oder die Infektion mit Clamydien keine besondere Aufmerksamkeit mehr geschenkt wird und sich diese wieder verstärkt verbreiten können.
Die verschiedenen Arten von Geschlechtskrankheiten
Grundsätzlich muss man erst mal sagen, dass es aus medizinischer Sicht keine Unterschiede zwischen Geschlechtskrankheiten und anderen Krankheiten gibt, lediglich der Weg der Ausbreitung ist unterschiedlich. Inzwischen können viele Geschlechtskrankheiten geheilt werden oder wie im Falle von Hepatitis B, kann geimpft werden. Ist die Krankheit aber einmal ausgebrochen, so kann es auch zu einem tödlichen Verlauf kommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um scheinbar überwundene Krankheiten wie Syphilis handelt oder ob es um den HI-Virus geht.
Erreger von Geschlechtskrankheiten können Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen und Arthropoden sein.
Die bekanntesten Geschlechtskrankheiten, die durch einen Virus ausgelöst werden, sind AIDS (HIV) und Hepatitis A, B und C (HAV, HBV, HCV) und die verschiedenen Formen der Neoplasie (HPV). Bei allen Viren gibt es unterschiedlich gefährliche Varianten, so dass man genau unterscheiden muss, um welches Virus es sich genau handelt. Zum Beispiel werden die HP-Viren in sog. „Low-Risk“ und „High-Risk“ Viren eingeteilt, je nachdem, welche Krankheiten sie auslösen können.
Zu den bekannten Vertretern der bakteriellen Infektionen gehören die Syphilis, der Tripper (Gonorrhö) und die Chlamydieninfektion. Obwohl schon in der griechischen Kultur Kenntnisse über diese Krankheiten vorlagen, können sie erst seit unserer Zeit zuverlässig erfolgreich behandelt werden. Unbehandelt führen besonders Syphilis und Tripper zu schweren Schäden, die im schlimmsten Fall tödlich ablaufen können. Schäden am Zentralen Nervensystem und Organen sind denkbar. Die Chlamydieninfektion kann unbehandelt zur Unfruchtbarkeit führen.
Erkrankungen durch Pilze oder sog, Geißeltierchen sind in erster Linie lästig, können unbehandelt auch gefährlich werden. Die Patienten sind anfälliger für Infektionskrankheiten, es kann das Entstehen einer schweren Lungenentzündung begünstigt werden und hervorgerufene kleinste Verletzungen erleichtern HI-Viren den Eintritt zum Körper.
Meldepflicht von Geschlechtskrankheiten
In Deutschland besteht für HIV und Syphilis eine anonyme und für Hepatitis B einen namentliche Meldepflicht.
Auftreten der Geschlechtskrankheiten
Gerade die bakteriellen Infektionen haben in Europa in den letzten Jahren wieder einen Höchststand erreicht. Der Glaube, diese Krankheiten seien ausgestorben oder nur wie ein Schnupfen zu behandeln, lässt die Menschen unvorsichtig werden. Die Aufklärung und Furcht vor diesen Krankheiten hat abgenommen, vermutlich auch, weil das Thema AIDS in den letzten zwanzig Jahren im Vordergrund stand.
Prävention
Die Benutzung von Kondomen dient nicht nur der Schwangerschaftsverhütung, sondern sie kann auch vor vielen Geschlechtskrankheiten schützen. Einen 100%-igen Schutz gibt es jedoch nie, jeder Sexualkontakt beinhaltet auch gleichzeitig ein kleines Risiko für Infektionen aller Art. Allerdings gibt es einige Sexualpraktiken, die ein höheres Risiko in sich bergen. Dazu gehören der oral-anale Verkehr und der Analverkehr, was sich beim Ersten durch die Übertragung von Darmbakterien in den Mundraum äußert und beim Zweiten durch ein höheres Verletzungsrisikos im Bereich des Enddarms. Durch Risse im After können schneller Viren in den Blutkreislauf eindringen. Reiner Oralverkehr dagegen birgt kein erhöhtes Risiko gegenüber dem normalen Geschlechtsverkehr in sich.
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Gibt es eigentlich Hinweise darauf, bzw. Studien dazu, ob und inwiefern das Bewusstsein für Geschlechtskrankheiten in den europäischen Ländern verschieden ist?
Ich bin auch der Meinung, dass die “harmlosen” Geschlechtskrankheiten (also alle außer AIDS) völlig unterschätzt werden. Auch mein Urologe hat mich nach einer Chlamydieninfektion beruhigt, indem er sagte, dass es eine harmlose Krankheit sei, die man zwar behandeln müsse, sonst aber keine Kosnequenzen gezogen werden müssen.
Insbesondere Männer müssen aufpassen, da sie oft nur Träger der Krankheiten sind, und selbst gar keine Symptome bemerken.