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Erektile Dysfunktion, Potenzstörung

Geschrieben am 28. Juli 2009

erektyleDa sich lange und komplizierte Begriffe für Witze nicht eignen, hat der Volksmund für die erektile Dysfunktion die Begriffe Impotenz oder Potenzstörung übernommen. Sie bezeichnet aus medizinischer Sicht das Unvermögen des Mannes, eine Gliedversteifung zu erreichen oder diese über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten, was einen befriedigenden Geschlechtsverkehr für Mann und Frau einschränkt oder ganz verhindert.
Leider sind die Kenntnisse in der Bevölkerung zu diesem Thema verschwindend gering. Trotz sexueller Revolution und der ständigen Präsenz dieses Themas in den Medien, ist die Allgemeinbildung der meisten Menschen über das Stadium der Vorurteile nicht hinausgekommen. Betroffene  sprechen nicht darüber und gehen auch nicht zum Arzt.
Nach Einschätzung der Ärzte leidet in den modernen Industrienationen die Hälfte aller Männer bereits im Alter ab 40 Jahren zeitweise oder dauerhaft unter einer erektilen Dysfunktion. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Betroffenen, ohne das deshalb unbedingt körperliche Faktoren verantwortlich wären. In vielen Fällen sind die Gründe psychischer Natur und könnten ohne Einnahme von teuren Medikamenten behoben werden. Ob eine organische Störung vorliegt, muss allerdings genau untersucht werden, da die ED auch Vorbote von Herzinfarkt oder Schlaganfalls sein kann. In den letzten Jahren hat sich die Meinung etwas verändert und es werden zunehmend körperliche Ursachen für eine ED erkannt. Ob das mit den verbesserten Untersuchungsmethoden zu tun hat oder ob die Pharmaindustrie, die weniger an Psychotherapien als am Verkauf von Viagra & Co interessiert sein dürfte, hier ihre Finger im Spiel hat, bleibt wohl offen.

Ursachen der erektilen Dysfunktion
Die Erektion des Mannes wird durch einen massiven Einfluss von Blut ins männliche Glied verursacht. Der Rückfluss des Blutes wird im Idealfall bis zum Orgasmus oder auch darüber hinaus verhindert, so dass die Erektion für eine Weile Bestand hat. Kann das Blut nicht mehr in ausreichender Menge in den Penis fließen, dann kommt es zu keiner oder nur einer schwachen Erektion. Auch wenn das einströmende Blut nicht ausreichend lange im Penis bleibt, um den Geschlechtsakt zu vollziehen, spricht man von einer erektilen Dysfunktion.
Zweifelsfrei schaden Drogen, Alkohol, Nikotin, Übergewicht und viele Medikamente dem Körper und können zu Störungen in der Blutzirkulation führen. Auch Krankheiten können eine negative Wirkung auf das Sexualleben haben. In vielen Fällen sind jedoch ganz einfach Faktoren wie Stress und psychische Belastungen für Potenzstörungen verantwortlich. Das Hormon Testosteron, dass als Männlichkeitshormon gilt, ist ein den seltensten Fällen so vermindert, dass es zu einer ED kommt. Versagensängste, Probleme in der Partnerschaft, Depressionen und Leistungsdruck können dazu führen, dass kurzeitige Störungen auftreten. Da diese ersten Probleme den Leistungsdruck noch weiter steigern, kann so aus einem einmaligen Versagen schnell eine dauerhafte erektile Dysfunktion werden.

Diagnose und Therapie
Da sich die Krankheit durch die Unfähigkeit zu einem befriedigenden Sexualleben äußert, trifft die erste Diagnose natürlich einer der Sexualpartner. Beim Verdacht auf einen ED sollte nicht etwa aus falschem Schamgefühl heraus mit einer Selbstmedikation begonnen werden, da die bekannten Potenzmittel alle nicht nebenwirkungsfrei sind und bei Kontraindikation sogar gefährlich werden können.
Es ist für einen Mann nichts Ehrenrühriges, einen Urologen aufzusuchen und sich untersuchen zu lassen. Ein Urologe wird Sie weder auslachen noch Ihre Krankenakte im Freundeskreis verbreiten, sondern er hat sich diesen Beruf ausgewählt, um u.a. Menschen wie Ihnen zu helfen. Je offener man mit seinen Problemen umgeht, umso wahrscheinlicher ist es, dass einem auch geholfen werden kann. Auch eine Paartherapie ist sinnvoll. Oft sind es auch die Frauen, die sich Vorwürfe machen und denken, sie könnten ihren Partner nicht mehr richtig befriedigen. Um all diese Dinge auszuräumen, körperliche Ursachen auszuschließen und eine sinnvolle und erfolgreiche Behandlung zu beginnen, sind Gespräche mit dem Partner und Arzt Voraussetzung.
Auch Selbsthilfegruppen, inzwischen meistens online, können viele Tipps geben und über die Krankheit aufklären. Oft hilft es den Betroffenen zu sehen, dass sie nicht alleine mit ihrem Problem sind. Wenn ihre Kollegen mal wieder einen Witz über Potenzstörungen reißen, dann können sie sich sicher sein: Die Männer, die am lautesten lachen, haben die schwächste Erektion.

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