. .

Phytotherapie

Geschrieben am 20. Juli 2009

Phytotherapy

Mit dem Begriff Phytotherapie (griech. phyton = Pflanze, therapeia = Pflege) wird die Behandlung oder Prävention von Krankheiten mit Pflanzen oder pflanzlichen Wirkstoffen bezeichnet.  Die Phytotherapie untersucht Heilpflanzen systematisch auf ihre heilende oder toxikologische Wirkung auf den Menschen. Sie ist das älteste aller heute bekannten Therapieverfahren, ja man kann sagen, dass sich aus der  Phytotherapie die Medizin überhaupt erst entwickeln konnte. Die Gabe oder Anwendung von Pflanzen und pflanzlichen Wirkstoffen zur Heilung oder Linderung von Krankheiten ist schon seit Menschengedenken bekannt. Leider sind viele Dinge in Vergessenheit geraten, viele Pflanzen ausgestorben oder haben sich so weiter entwickelt, dass ihre Wirkung nachgelassen hat. Doch trotzdem erfreut sich die Phytotherapie heute wieder großer Beliebtheit, auch in den modernen westlichen Zivilisationen. Die Gabe von frischen Pflanzen, von Tees oder Extrakten, sowie die Herstellung von Salben und Tropfen aus pflanzlichen Rohstoffen, hat wieder an Bedeutung gewonnen. Gerade auch deshalb, weil sie ein breites Wirkungsspektrum und nur geringe Nebenwirkungen haben.

Allgemeines zur Phytotherapie
In der Phytotherapie unterscheidet zwischen der rationalen und der allopathischen Phytotherapie. Die rationale Phytotherapie basiert auf naturwissenschaftlich belegbaren Erkenntnissen, ihre Wirkung kann anhand von Laboruntersuchungen erklärt und nachvollzogen werden.  Im Gegensatz zur Homöopathie geht man hier von einer Beziehung Dosis-Wirkung aus und definiert auch die gleichen Krankheitsbilder. Zur Behandlung mit herkömmlichen Medikamenten besteht der größte Unterscheid darin, dass nicht einzelne Wirkstoffe aus den Pflanzen isoliert werden, sondern dass sich es bei den Medikamenten der Phytotherapie immer um eine Mischung von Wirkstoffen handelt.
Die allopathische Phytotherapie dagegen hat ihren Ursprung in der Volksheilkunde und lebt von den Erkenntnissen, die sich aus Praxis und Anwendung im Laufe der Jahrhunderte ergeben haben. Besonders die asiatischen Therapieformen, wie z.B. die Traditionelle Chinesische Medizin, die eine über 3000 Jahre alte Tradition hat, spielen in der allopathischen Phytotherapie eine große Rolle. Hier werden die Heilmittel nicht unverändert jedem Menschen mit dem gleichen Krankheitsbild verabreicht, sondern jeder Patient erhält seine individuelle Wirkstoffzusammensetzung verordnet. Bisher konnte allerdings für die Wirksamkeit dieser Verordnungen kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden. Die Kritiker behaupten, dass die Wirkung nicht über den Placebo-Effekt hinausgehe und auch nicht zuverlässig wiederholt werden könne.

Medikamente in der Phytotherapie
Die Pflanzenheilkunde verwendet als Ausgangsstoffe für ihre Behandlungen und Medikamente ganze Pflanzen oder deren Teile wie Blüten, Blätter, Rinden oder Wurzeln. Diese werden in der Pharmazie als Drogen bezeichnet und sind Ausgangsstoffe, die entweder frisch oder nach entsprechender Behandlung als Tee, Saft, Tinktur, Extrakt, Pulver oder Salbe gegeben werden.
Die in unseren Breiten bekanntesten Heilpflanzen sind z.B. Arnika, Minze, Kamille, Hagebutte, Lindenblüten, Salbei, Sanddorn, Aloe Vera, Baldrian und die ätherische Öle von Koniferen wie z.B. der Kiefer. Zu den bekanntesten giftigen Heilpflanzen, deren Überdosierung gesundheitsschädliche oder sogar tödliche Folgen haben kann, gehören die Tollkirsche (Belladonna), der Fingerhut, der Klatschmohn und der Stechapfel.
Alle Medikamente unterliegen in Deutschland und der EU den Bestimmungen des Arzneimittelrechts und müssen vor der Zulassung strenge Kontrollen durchlaufen. Das gilt ohne Ausnahme auch für die Phytologie, wobei viele Heilmittel in diesem Bereich nicht als Medikament gelten und daher zulassungsfrei sind. Einen Kamillentee kann man schließlich auch im Supermarkt kaufen. (allerdings ist die Wirkung nicht mit der frischer bzw. getrockneter Kamille zu vergleichen)
Die Phytotherapie hat genaue Kenntnisse erworben, bei welchen Prozessen sich welche Wirkstoffe aus der Pflanze lösen oder sich in ihr bilden. Daher hat es keinen Sinn, diese Medikamente ohne Anleitung selber zu herzustellen, man muss den Regeln der Kunst folgen, will man Erfolg haben. Natürlich besteht im Bereich der Heilpflanzen auch immer ein Risiko, sich bei falscher Anwendung oder Dosierung zu vergiften, durch aus auch mit tödlichen Folgen.

Diskutieren Sie über Phytotherapie auf imedo.de.

Schreiben Sie einen Kommentar

XHTML: Diese Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 
Werbung Werbebanner 160 x 600
Werbebanner 160 x 128