Chiropraktik
Geschrieben am 28. Juli 2009
Als Chiropraktik wird eine Behandlungsmethode bezeichnet, die das Ziel hat, die normale Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen. Dies geschieht meistens durch ein Einrenken von verschobenen Wirbeln oder der Mobilisierung von gestörten Gelenken. Besonders im Bereich der Wirbelsäule wird die Chiropraktik angewendet.
Historisches
Begründer der Chiropraktik war Daniel David Palmer (1845−1913), der sie angeblich der Osteopathie des amerikanischen Arztes Andrew Taylor Still (1828–1917) entnommen haben soll. Beide Behandlungsmethoden beschäftigen sich mit dem Bewegungsapparat des Menschen, doch scheint die Osteopathie auch umfangsreiche Kenntnisse über Organe und Stoffwechselvorgänge vorauszusetzen.
Zweifellos war es Daniel David Palmer, der seiner Behandlungsmethode den Namen Chiropraktik gab, Kritiker behaupten, um sie besser vermarkten zu können. Tatsächlich waren Behandlungen in dieser Zeit sehr teuer und Palmer verdiente gutes Geld damit. Palmer behauptet, die Chiropraktik das erste Mal beim Pförtner des Blockhauses angewendet zu haben, in dem sich seine Praxis befand. Diesen hatte er nach seinen Angaben von einer durch eine Wirbelverschiebung verursachten Taubheit befreit, in dem er beim Einrenken zum ersten Mal den Dornfortsatz des Wirbels als Hebel benutzte. Es ist aber belegt, dass Palmer keineswegs Entdecker dieser Methode war, sondern sie von seinem Lehrer Jim Atkinson aus Davenport erlernt hatte. Palmer gab dieser Behandlung lediglich den Namen Chiropraktik. Offensichtlich gab es schon zu dieser Zeit Auseinandersetzungen über den Urheber dieser Behandlungsmethode, denn Palmer sah sich genötigt zu erklären, dass er nicht die Grundprinzipien der Chiropraktik erfunden hätte, sondern lediglich die spezielle Technik der Einrenkung mittel der Hebelkräfte von Dorn- und Querfortsätzen der Wirbel.
Techniken der Chiropraktik
Adjustierung
Spezielle Handgriffe haben das Ziel, Subluxationen an der Wirbelsäule aufzuheben und damit den vom Wirbel verursachten Druck auf Spinalnerven oder das Rückenmark zu beheben. Diese Behandlung kann z.B. bei einer Ischiasreizung eingesetzt werden.
Traktion
Die gegenüberliegenden Gelenkteile werden durch Zug voneinander entfernt. Die Druckminderung führt zu einer Entlastung und Schmerzlinderung. Nach erfolgreicher Behandlung sollte auch die Beweglichkeit der Gelenke wieder erhöht sein.
Mobilisation
Ähnlich der Traktion, nur werden die Gelenkpartner parallel zueinander bewegt.
Weichteilbehandlung – Muskeldehnung
Man weiß heute, dass Muskeln durch Dehnung nicht verlängert, sondern nur gelockert werden. Bei der Weichteilbehandlung werden die Muskeln der behandelten Gelenke entspannt, um sie an die neu gewonnenen Beweglichkeit des Gelenkes anzupassen.
Risiken
Immer wieder wird davon gesprochen, dass Patienten durch ein unsachgemäßes Einrenken von Wirbeln dauerhafte Schäden davongetragen hätten. Diese gehen von chronischen Schmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Ärzte hingegen, die chiropraktische Behandlungen vornehmen, gehen davon aus, dass in diesen Fällen schon irreversible Vorschäden vorhanden waren. Wer nun Recht hat, wird sich vermutlich nur schwer klären lassen, jedoch sollten sich Patienten bewusst sein, dass auch bei der Behandlung durch erfahrene Ärzte immer ein kleines Restrisiko bleibt, dass sich der Gesundheitszustand nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert.



