Ayurveda
Geschrieben am 28. Juli 2009
Das Wort Ayurveda kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „Wissen vom Leben“. Es ist die Bezeichnung für eine traditionelle indische Heilkunst, die sich inzwischen auf in westlichen Ländern großer Beliebtheit erfreut.
Wie alle alten Naturheilverfahren sind die Kenntnisse des Ayurveda eine Kombination aus Erfahrungswerten und Philosophie, die im Laufe der Jahrhunderte gewachsen ist. Wie auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin geht man beim Ayurveda davon aus, dass ein kranker Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Lebensenergie werden hier als Doshas bezeichnet und sie umfassen die drei Bereiche „Vata“ (Wind, Luft), „Pitta“ (Feuer und Wasser) sowie „Kapha“ (Erde und Wasser). Im Zentrum der ayurvedischen Medizin steht die Hilfe zur Selbsthilfe, denn nur wenn der Patient mitarbeitet, kann der Arzt auch heilen. Körper und Seele sollen harmonisiert werden, damit das innere Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann.
Die ayurvedische Ernährungslehre
Die Grundregeln der ayurvedischen Ernährungslehre unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von dem, was unsere Großeltern uns gelehrt haben:
• man soll nur essen, wenn man Hunger hat und nie völlig satt essen
• kein Naschen zwischendurch
• die Hautmahlzeit wird am Mittag gegessen
• kein hektischen Essen
• Zwischen den Mahlzeiten müssen Pausen von drei bis fünf Stunden liegen
• frische Lebensmittel essen
• Viel Wasser und Kräutertee trinken
• Die fünf Geschmacksrichtungen Süß, Sauer, Salzig, Bitter und Scharf sollten in jeder Mahlzeit enthalten sein
Ayurveda Kuren
Als Wellness-Urlaub werden sowohl in Indien und Sri Lanka, aber auch Europa, verschiedene Kuren angeboten, die dem Stressabbau und der Entgiftung dienen sollen. Zur Behandlung gehören verschiedenste Massagen (Kopf, Rücken, Füße) mit Ölen und Duftstoffen, sowie Ölgüssen zur Entspannung in einer ansprechenden Umgebung. Dazu werden Kurse in der ayurvedische Ernährungslehre angeboten, damit die Patienten die Behandlung auch zuhause fortsetzen können. Es gibt zusätzlich verschiedene Präparate, die in Deutschland als sog. Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt zu finden sind.
Bei der Auswahl des Kurortes und der Kurklinik ist aber doch einige Vorsicht angeraten, will man keine Enttäuschung erleben. Nicht überall, wo Ayurveda darauf steht, ist auch Ayurveda drin. Zu dem gab es in den letzten Jahren immer wieder Kritik, dass einige ayurvedische Präparate zu hoch mit Schadstoffen belastet waren, was auf die niedrigen Umweltstandards in Indien und Sri Lanka zurückzuführen ist.
Historisches
Die ältesten bekannten Aufzeichnungen über Ayurveda sind etwa 3000 Jahre alt, daher wird vermutet, dass die Grundlagen für die Heilkunst wesentlich älter sind. Entdeckung bestätigen, dass Inder schon in der Zeit zwischen 7000 und 6000 v. Chr. z.B. über zahnärztliche Kenntnisse verfügten.
Auch aus den folgenden Jahrtausenden sind Schriften bekannt, in denen Heilkräuter und ihre Wirkung beschrieben werden. Es gibt Studien zur menschlichen Anatomie aus einer Zeit, als in Europa noch tiefste Dunkelheit herrschte.
Ausbildung
Der Begriff Ayurveda ist in den meisten Ländern keine geschützte Berufsbezeichnung. ungeschützt, jeder Mensch darf ohne spezielle Auflagen diese Anwendungen anbieten, allerdings nicht als Heilverfahren. Das führt zu einer Grauzone, die den indischen Ärzten zwar den Zugang zum europäischen Markt eröffnet, aber natürlich auch den Scharlatanen.
In Indien und Sri Lanka müssen Ärzte fünfeinhalb Jahre lang studieren, bevor sie das Staatsexamen in ayurvedischer Heilkunst ablegen können. Ayurveda ist ein eigener Studiengang (Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery), der an vielen Universitäten gelehrt wird. Nach einem Praxisjahr und weiteren Studien ist es möglich einen Doktorgrad zu erlangen.
In Deutschland gibt es inzwischen ebenfalls Ayurveda-Institute, die eine Ayurveda-Ausbildung nach indischen Standards anbieten. Da die Lehren des Ayurveda nicht mit den Maßstäben der modernen westlichen Medizin zu Messen sind, gibt es natürlich viele Kritiker. Wie berechtigt diese Kritik ist, mag jeder selber beurteilen, doch haben bereits namhafte amerikanische Ärzte sich dem Ayurveda angeschlossen und auch entsprechende Literatur in englischer Sprache veröffentlicht.

