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Autogenes Training

Geschrieben am 14. Juli 2009

autogenes trainingAutogenes Training ist eine Technik zur Entspannung, die man mit etwas Übung jederzeit und an allen Orten bequem schnell selber durchführen kann. Hierbei spielt die Autosuggestion eine Rolle, doch hat Autogenes Training, wie oft irrtümlich angenommen, mit Hypnose eher wenig zu tun. Der Entspannungszustand wird dadurch erreicht, dass der Mensch lernt, das vegetative und somatische Nervensystem aktiv zu entspannen. In der Phase des Erlernens erreicht der Patient meistens einen meditativen Zustand, was später aber nicht mehr unbedingt notwendig ist.
Autogenes Training bekämpft akute Stresszustände, die entweder durch dauerhafte Überlastung oder eine besondere Aufregung verursacht sein können. Es kann hervorragend bei psychischen oder körperlichen Störungen eingesetzt werden und verbessert den Allgemeinzustand des Patienten. Sportler setzen Autogenes Training gerne zur Stressbewältigung ein. Wenn sie vor einem Wettkampf nicht zur Ruhe finden, wenden diese Methode der Selbstentspannung an. Aber auch für Manager und Politiker, die an langen und anstrengenden Sitzungen teilnehmen und bis zur letzten Sekunde fit sein müssen, ist das Autogene Training als Entspannungstechnik eine Wunderwaffe, um zum entscheidenden Zeitpunkt wieder voll einsatzfähig zu sein.
Das Autogene Training sorgt für eine verbesserte Durchblutung der Muskeln und führt die Nervenzellen in den gesunden Zustand zwischen Spannung und Entspannung zurück. Bereits nach zwei bis drei Minuten fühlt sich ein geübter Patient wieder erholt und kann mit neuer Energie seinen Aufgaben nachgehen.

Erlernen des Autogenen Trainings
Um einem Menschen die Techniken des Autogenen Trainings zu vermitteln, muss der Übungsleiter oder Therapeut zu beginn erstmal aktiv helfen, einen Zustand der Entspannung zu erreichen. Oft wird so etwas begleitend im Rahmen einer Psychotherapie oder in einer größeren Gruppe im Rahmen eines Workshops angeboten. Der Raum wird abgedunkelt und meditative Musik hilft den Teilnehmern in einen leichten Halbschlaf zu fallen.  Um nicht ganz einzuschlafen ist es günstig, die Übungen im sitzen durchzuführen. Welche Sitzposition dabei für sie die beste ist, finden die Teilnehmer mit der Zeit selber heraus, doch gibt es dafür Empfehlungen. Ist es einem Teilnehmer nicht möglich im Sitzen zu entspannen, so ist auch eine Rückenlage möglich.

In der sog. Droschkenkutscherhaltung, auf einem Hocker sitzend und mit leicht nach vorne gesenktem Kopf und locker aufgestellten Beinen gelingt es jedoch den meisten Teilnehmern, die ersten Erfolge zu erzielen. Die Augen sollen dabei geschlossen werden und die Arme locker auf die Oberschenkel fallen.

Phasen des Autogenen Trainings
Nun beginnt sich der Teilnehmer unter Anleitung des Therapeuten vorzustellen, dass seine Arme und Beine warm und schwer werden. Schrittweise, mit den Händen einer Körperhälfte beginnend, spricht der Patient im Inneren zu sich selber: „Meine Arme sind schwer und warm“. Im zweiten Schritt kommen dann die Beine dran. Diese Autosuggestion wird solange vorgenommen, bis sich dieses Gefühl tatsächlich einstellt. Am Anfang kann es sein, dass es nicht gelingt, doch nach wenigen Sitzungen beherrschen die Patienten die Technik so gut, dass sie nur noch wenige Sekunden benötigen, damit sich dieses Wärmegefühl in den Muskeln der Gliedmaßen einstellt. Dazu sind dann weder Musik noch eine Verdunklung des Raumes mehr notwendig.
Um die Wärme und Entspannung im ganzen Körper zu erreichen, werden die Übungen schritt für Schritt ausgedehnt. Herz und Atem, sowie Solar Plexus und Bauchraum werden angesprochen, aber auch der Kopf und die Geschlechtsorgane können im Zentrum der Aufmerksamkeit liegen. Bei der Atmung muss auf Gleichmäßigkeit geachtet werden, die Teilnehmer sollen sich vorstellen, dass ihr Atem wie der gleichmäßige und starke Wind ist, der die Wellen antreibt oder der über ein Kornfeld streicht und die Ähren hoch- und niederdrückt. Der gleichmäßige und langsame Rhythmus steht hier im Vordergrund.

Autogenes Training für Fortgeschrittene
Wer die Technik der Selbstentspannung einmal erlernt hat, dann kann anfangen, mit ihr zu „spielen“. Hat es zum Anfang noch 15 Minuten gedauert, bis der Zustand der völligen Entspannung erreicht ist, so sind es für einen geübten Menschen nur noch 2 Minuten oder weniger. Man kann sich beim Warten am Bankschalter genauso entspannen, wie in einer anstrengenden Konferenz, denn es ist nicht mehr nötig zu sitzen, Entspannungsmusik zu hören oder den Raum abzudunkeln. Die tiefe Entspannung setzt sozusagen auf Knopfdruck ein.
Wer das Autogene Training zur Schmerzbekämpfung erlernt hat, der kann nun ganz gezielt einzelne Körperteile positiv beeinflussen. Der schmerzende Körperteil wird dabei entspannt und besser durchblutet. Bei regelmäßiger Anwendung ist es möglich, dass Schmerzen ganz verschwinden. Der Körper hat ein sog. Schmerzgedächtnis hat, d.h. viele Beschwerden bestehen nur deshalb, weil sie einmal da waren. Löscht man dieses Gedächtnis mit dem Autogenen Traini8ng, so verschwinden auch die Schmerzen.

Leider ist es mit dem Autogenen Training nicht wie mit Fahrradfahren oder Schwimmen. Wer es einmal erlernt hat, der muss es auch regelmäßig praktizieren, sonst gehen die Fähigkeiten schnell wieder verloren.

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