Akupunktur
Geschrieben am 14. Juli 2009
Die Kunst und das Wissen der Akupunktur gehört zur der Traditionellen Chinesischen Medizin. Mit Hilfe von kurzen und dünnen Nadeln, die an bestimmten Stellen des Körpers gestochen werden, können Krankheiten geheilt oder auch Schmerzen gelindert werden. Es ist auch möglich, durch eine Akupunktur das subjektive Wohlbefinden des Menschen zu verbessern, da die Aktivierung von bestimmten Nervenpunkten zur Entspannung des ganzen Organismus führt. Zum Bereich der Akupunktur gehört aber auch die Akupressur, bei der entsprechende Punkte mit Druckmassagen stimuliert werden.
Auch wenn sich die naturwissenschaftliche Medizin mit der Anerkennung von alternativen Heilmethoden schwer tut, ist die Wirkung von Akupunktur inzwischen anerkannt und wird auch von vielen Krankenkassen als Behandlung übernommen, auch wenn sie nicht im offiziellen Leistungskatalog abgedeckt wird. Einige Kritiker nehmen trotzdem immer noch an, dass die Erfolge nur auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind. Die WHO hat inzwischen eine Liste mit etwa einhundert verschiedenen Beschwerdebildern übernommen, bei denen eine Behandlung durch Akupunktur als sinnvolle Therapie anerkannt ist. Auch haben sich viele Ärzte das Wissen über die Akupunktur angeeignet und setzen sie als Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin ein. Besonders bei der Behandlung von Schmerzen oder zur Suchtbehandlung wird die Akupunktur gerne angewandt. Seit dem Jahr 2007 ist Akupunktur bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich oder den Knien sogar Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen.
Die Therapie
In der Akupunktur unterscheidet man zunächst zwischen der Behandlung mit Nadeln, mit Wärme oder mit Druckmassagen. Für die verschiedenen Anwendungen gibt es eine Auswahl von Akupunktur-Nadeln, die sich in Länge, Dicke und durch ihr Material von einander unterscheiden. Sie haben eine Länge von 1,5 bis 7 cm und bestehen heute in den meisten Fällen aus Edelstahl. Früher wurden auch Nadeln aus Gold und Silber verwendet, was heute meistens nur noch bei der Akupunktur der Ohren in Frage kommt. Welche der Nadeln zum Einsatz kommt, hängt davon ab, wie tief im Körper der Punkt liegt, der aktiviert werden soll. Im Kopfbereich wird natürlich nicht tief eingestochen, im Muskelfleisch der Arme und Beine aber durchaus. Bei der Behandlung werden immer mehrere Punkte aktiviert, deren Auswahl den Symptomen und der Diagnose entsprechend vom Arzt vorgenommen wird. Hat der behandelnde Arzt die richtigen Stellen getroffen, so verspürt der Patient in der Regel eine Erwärmung des betroffenen Gebietes. Die Nadeln verbleiben nun etwa 30 Minuten an Ort und Stelle und werden danach entfernt. Nur in ganz seltenen Fällen sind die Einstiche schmerzhaft, da die nadeln natürlich sehr dünn und fein sind.
Da sich die Meridiane des Körpers, deren Energiefluss wieder hergestellt werden soll, nicht immer unbedingt an der Stelle befinden, wo die Beschwerden des Patienten auftreten, kann es sein, dass ein Patient mit Bauchschmerzen am Rücken oder den Beinen Einstiche bekommt. Das mag zunächst verwundern, hier liegt auch die wesentliche Kritik der Naturwissenschaft, doch geben die Erfolge der Akupunktur Recht.
In der modernen Akupunktur kommt es auch zum Einsatz von Laser- oder Elektroakupunktur. Hier werden die Punkte und Nerven nicht durch Einstich und Bewegung der Nadeln stimuliert, sondern durch die Energie des Lasers oder durch Elektrizität.
Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur
Im Jahr 2002 wurde die größte weltweite Studie zur Wirksamkeit von Akupunktur unter wissenschaftlich anerkannten Bedingungen durchgeführt. Man wollte, wegen der hohen Akzeptanz von Akupunktur-Verfahren durch die Patienten und wegen der bis dahin widersprüchlichen Ergebnisse kleinerer Studien, endlich eine kontrollierte Untersuchung machen, die Klarheit in die Frage der Wirksamkeit von Akupunktur bringt. Das Ergebnis dieser Untersuchung wurde im Jahr 2005 veröffentlicht. Danach ist zum Beispiel im Falle von Kopfschmerzen eine Behandlung durch Akupunktur wirksamer als herkömmliche Behandlungen, allerdings nicht wirksamer als eine Scheinakupunktur. Daraus folgt, dass sich Ärzte keine Mühe für teure Weiterbildungen geben müssen, sondern die Nadeln einfach nach Lust und Laune irgendwo hin stechen können. Der Effekt ist der gleiche. Obwohl das Urteil der Studie vernichtend für die Akupunktur ist, erfreut sie sich weiterhin unbegrenzter Beliebtheit.
Weitere Informationen zum Thema Akupunktur finden Sie im Medizinlexikon auf imedo.de.

