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Risikofaktor Bluthochdruck (Hypertonie)

Geschrieben am 20. Juli 2009

Bluthochdruck

Bluthochdruck wird weltweit als Erhöhung des Blutdruckes auf mindestens 140 mmHg systolisch und/oder 90 mmHg diastolisch bezeichnet, wenn dieses Ergebnis mehrfach bei Messungen festgestellt wurde. In der Regel sind keine Ursachen für einen erhöhten Blutdruck feststellbar, lediglich bei 10% liegen Grunderkrankungen vor oder der hohe Blutdruck ist eine Folge von Medikamenteneinnahme.
Hypertonie wird normalerweise vom Patienten in den ersten Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht bemerkt. Erst spät kommt es zur Schädigung des Herzes oder von Blutgefäßen. Auch das Gehirn oder die Nieren können durch einen langanhaltenden Bluthochdruck geschädigt werden. Hypertonie ist der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall.
Normaler Blutdruck hat einen systolischen Wert von etwa 120 und diastolisch 80. Sind die Werte erhöht, so gibt es verschiedene Klassifizierungen, welchem Schweregrad die Hypertonie zuzuordnen ist.
Bluthochdruck gehört in den modernen Industriestaaten zu den häufigen Erkrankungen, etwa ab dem 50. Lebensjahr leidet jeder zweite Mensch unter Bluthochdruck.

Formen des Bluthochdrucks
Grundsätzlich wird zwischen der primären (essentiellen) und der sekundären Hypertonie unterschieden. Die Unterscheidung erfolgt ausschließlich durch eine Ausschlussuntersuchung. Sind Gründe für einen Bluthochdruck zu erkennen, die entweder in Erkrankungen oder in der Einnahme von Medikamente zu finden sind, dann spricht der Arzt von einer sekundären Hypertonie. Werden solche Gründe nicht gefunden, dann handelt es sich um die primäre Form der Hypertonie.

Ursachen
Die Erklärung der primären Hypertonie ist multikausal. Es gibt genetische Faktoren, aber auch individuelle Lebensgewohnheiten tragen dazu bei, dass der Blutdruck dauerhaft ansteigt.
Zu den bekannten Risikofaktoren gehören eine salzreiche Nahrung, Stress, Übergewicht und Alkoholkonsum.

Symptome
Die ersten Beschwerden treten meistens erst nach vielen Jahren auf und deuten auch nicht sofort auf Bluthochdruck hin. Da die Messung aber recht einfach ist, kann jeder selber in den meisten Apotheken seinen Blutdruck kontrollieren und somit einer langsam schleichenden Verschlechterung vorbeugen. Unbehandelt äußert sich Hypertonie meistens am Anfang durch Kopfschmerzen, Schwindelgefühle oder auch Nasenbluten und Ohrensausen. Unbehandelt entwickeln sich mit der Zeit Organschäden.
Sind die Symptome ähnlich wie bei einem Schlaganfall, treten also zum Schwindelgefühl auch noch Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen auf, dann kann es sich um einen sog., hypertensiven Notfall handeln. Die Blutdruckwerte sind dann extrem hoch (über 200/120 mmHg) und ein Notarzt sollte sofort mit Gegenmaßnahmen beginnen.

Blutdruck-Messung
Jeder Mensch kann seinen Blutdruck unkompliziert selber messen. Es gibt für den Haushalt günstige Geräte, aber auch fast jede Apotheke bietet eine kostenlose Messung des Blutdrucks an.
Der Blutdruck des Menschen ist nicht an jedem Tag und in jeder Situation gleich. Daher sind zur Feststellung einer Hypertonie einige Regeln zu beachten und ein Arzt sollte unbedingt die Messungen begleiten. Er wird Ihnen einen Blutdruckpass geben, in den sie zu bestimmten Zeiten ihren Blutdruck eintragen.
Wird eine Hypertonie festgestellt, dann sind noch weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, wie weit eventuelle Schäden bereits fortgeschritten sind.

Konventionelle Behandlung von Bluthochdruck
Im ersten Schritt, der ja eigentlich schon als Prävention geschehen sollte, wird der Patient seine Nahrungsgewohnheiten umstellen. Salz- und fettarme Kost, sowie viele frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse, gehören ab sofort auf den Speiseplan. Da LDL-Cholesterin Risikofaktor Nummer 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, muss auf gesättigte Fettsäuren, wie sie sich in vielen fettreichen Lebensmitteln befinden, verzichtet werden. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie sie in Fisch- und Pflanzenölen vorkommen, führen dagegen zu einem Abbau des schädlichen Cholesterins und senken den Blutdruck.
Einhergehend mit der Veränderung des Speiseplans muss abgespeckt werden. Schon 5 Kilogramm weniger Körpergewicht können einen aus der Gefahrenzone katapultieren.
Auf Rauchen und Alkoholkonsum ist natürlich auch zu verzichten.
Entspannungstechniken, Meditationen, Autogenes Training oder Atemübungen begleiten die Therapie und haben einen nachweislich positiven Effekt, da Stress ein wesentlicher Grund für Bluthochdruck sein kann.
Zur Erhöhung der körperlichen Fitness sind regelmäßige sportliche Übungen geraten, die Belastung darf jedoch nicht zu hoch sein. Für Bluthochdruckpatienten eignen sich Wassergymnastik oder Nordic Walking. Aber auch einfache gymnastische Übungen haben schon einen positiven Effekt.
Wer so sein Leben umstellt, der hat gute Chancen, auf die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten verzichten zu können.

Blutdruck senken mit Medikamenten
Sollten die o.g. Maßnahmen keinen ausreichende und dauerhaften therapeutischen Effekt haben, dann müssen Medikamente eingesetzt werden, vor allem bei Menschen mit einer Herzschwäche ist das wichtig.
Jede Therapie muss auf den Patienten individuell abgestimmt sein, um die Medikamente so stark wie nötig, aber so schwach wie möglich zu dosieren.  Nebenwirkungen sollen damit vermieden werden.
Zu den Standardmedikamenten bei der Hypertonie-Therapie zählen Diuretika, Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Kalzium-Antagonisten und Angiotensin-II-Rezeptorblocker
Ist der Blutdruck stark überhöht oder sind bereits Begleiterkrankungen aufgetreten, dann ist meist eine Kombinationstherapie erforderlich, wie sie die Mehrheit der Bluthochdruck-Patienten bekommt. Es wird dabei ein Kombinationspräparat in möglichst niedriger Dosierung verordnet.

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