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Kreatin im Sport

Geschrieben am 21. Juli 2009

Kreatin im SportKreatin ist eine organische Säure, die in der Leber und Niere aus drei verschiedenen Aminosäuren gebildet wird (Glycin, Arginin und Methionin). Kreatin unterstützt in Form des Kreatinphosphats die Muskelkontraktion, aber auch die Gehirn- und Nerventätigkeit. Bei der Energiebereitstellung zur Muskelbewegung ist es quasi Partner des ATP (Adenosintriphosphat) und hilft diesem, sich zu reproduzieren.
Kreatin wird zwar im Körper synthetisiert, trotzdem muss der Mensch über die Nahrung noch zusätzlich Kreatin zu sich nehmen. Lieferanten sind Fisch und frisches Fleisch, nicht jedoch Wurstwaren. Menschen, die sich ausschließlich vegetarisch ernähren, weisen einen entsprechenden Mangel an Kreatin im Körper auf, der bei kleinen Kindern zu Entwicklungsstörungen von Hirn- und Nervenzellen führen kann. Wer besonderen Belastungen ausgesetzt ist, der kann Kreatin auch in künstlicher Form zu sich nehmen.

Leistungssteigerung im Sport durch Kreatin
Unser Körper funktioniert über einen Selbstregulierungsmechanismus, der veranlasst, dass alle Verbindungen ausgeschieden werden, die in zu hoher Konzentration vorliegen. Auch im Falle von Kreatin bedeutet dies, dass überflüssiges Kreatin über die Niere ausgeschieden wird. Man kann den Körper zwar durch kurzzeitige Kreatin-Schocks überlisten, doch nicht bei jedem Menschen führt das auch zu einer Leistungssteigerung. Regelmäßig aufgenommenes Kreatin kann sogar dazu führen, dass die Umwandlung von ADP in ATP (für die Kreatin verantwortlich zeichnet) negativ beeinflusst wird und die Leistungsfähigkeit nachlässt. Momentan fehlen eindeutige wissenschaftlich Hinweise darauf, wie sich eine längerfristige orale Kreatin-Zufuhr  auf Sportler auswirkt.

Kreatin für Sprint- und Schnellkraftsportarten
Ein Sprinter ermüdet dann, wenn der Speicher des Kreatinphosphat in der Muskulatur leer ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Sprinter umso mehr Leistung bringen kann, je größer sein Vorratsspeicher ist. Die Höchstleistung kann ein Sportler nur ungefähr fünf bis zehn Sekunden aufrechterhalten, danach setzt eine Ermüdung ein. Im Bereich des 100-Meterlaufs ist es also möglich, volle Leistung zu bringen, aber schon die Sprintdistanzen 200 Meter und 400 Meter sind mit einer Leistungsabnahme zum Ende der Laufstrecke verbunden. Somit ist jede Maßnahme, die bei einem Sprinter den Kreatinphosphatvorrat der Muskulatur vergrößert oder aber die benötigte Zeit für die Wiederherstellung verkürzt, von großem Interesse. Über die Nahrungsaufnahme ist das durch eine fisch- und fleischreiche Nahrung möglich. Zudem wird sich der Sportler kurz vor dem Start noch etwas ausruhen, um den Prozess der Regenration zu unterstützen und den Kreatin-Vorrat wieder aufzufüllen, der beim Aufwärmen verloren gegangen ist.

Nebenwirkungen und Doping
Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel ist unschädlich, es kann höchstens bei sehr hoher Dosis (20g täglich über eine Woche) zu Blähungen und Durchfall führen. In dieser Zeit ist auch eine Gewichtszunahme zu beobachten, die durch eine erhöhte Wassereinlagerung zu erklären ist. Haben sich die Stoffkonzentrationen ausgeglichen, entsteht zusätzliche Muskelmasse, die aber in der gleichen Zeit auch bequem durch ein entsprechendes Training zu erreichen wäre.
Einige Nahrungsergänzungsmittel sind durch verschiedene Verbindung und auch Schwermetalle verunreinigt. Hier kann eine Schädigung des Körpers, besonders bei häufiger Einnahme, nicht ausgeschlossen werden. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit empfohlene Menge von Kreatin liegt bei täglich maximal 3 Gramm, wobei die Reinheit des Kreatins bei 99,95% liegen sollte.
Im Gegensatz zu den anabolen Steroiden ist Kreatin bisher nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen. Es gibt Bestrebungen, dies zu ändern, da es sich bei Kreatin um eine künstliche von außen zugeführte Substanz führt. Da Kreatin aber auch Bestandteil der normalen Nahrung ist, wird ein Nachweis wohl nicht möglich sein.

Schlussfolgerung
Eine Steigerung der Ausdauerleistung durch Kreatin scheint momentan ausgeschlossen. Lediglich im Kraftsport kann durch eine Kreatin-Einnahme kurz vor dem Ereignis eine kurzzeitige Leistungssteigerung erreicht werden. Da aber nicht jeder Körper gleich reagiert, ist individuell zu prüfen, bei wem eine orale Einnahme von Kreatin zu einer erhöhten Konzentration von Kreatinphosphat im Muskel führt.
Wunder, wie sie von vielen Medikamentenherstellern versprochen werden, sind nicht zu erwarten und höchstens auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Dieser Effekt erklärt auch, weshalb in der Praxis einige Medikamente eine leistungssteigernde Wirkung haben, obwohl sie nachweislich keine positiven Einflüsse auf körperliche Abläufe haben.

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