Hydrotherapie
Geschrieben am 21. Juli 2009

Die Hydrotherapie gehört zu den naturheilkundlichen Behandlungsmethoden und wurde bereits bei den Griechen und Römern eingesetzt. Die Behandlung mit Wasser wurde in Deutschland im 19. Jahrhundert besonders durch Sebastian Kneipp bekannt und hat bis heute ihre Anhänger.
Wasserbehandlungen dienen zur Linderung von Beschwerden in den Gelenken oder Muskeln. Außerdem regen sie den Kreislauf und das Immunsystem an und werden daher von Heilpraktikern auch für die Heilung der verschiedensten anderen Krankheiten und Symptomen eingesetzt.
Zu den Anwendungen gehören Güsse, Bäder, Wickel oder Dampfsaunen. Der Wärme- oder Kältereiz des Wassers regt den ganzen Organismus an und sorgt nach der Anwendung für ein ausgeglichenes und entspanntes Gefühl. Der Körper wird gerade bei wechselwarmen Anwendungen stärker durchblutet, was zu einer besseren Versorgung von Organen, Muskeln und Nerven mit den benötigten Vitalstoffen und zur Ausscheidung von Schlacken führt.
Behandlungsmethoden in der Hydrotherapie
Wasser eignet sich besonders gut, die eigene Temperatur auf seine Umgebung abzugeben bzw. diese aufzunehmen. Hausfrauen nutzen diesem Effekt beim Auftauen, wenn sie das Gefriergut in eine Schale mit Wasser legen. Auch die Hydrotherapie nutzt diese Eigenschaft des Wassers aus und überträgt entweder die Wärme oder die Kälte des Wassers auf den Menschen. Aber auch weitere positive Eigenschaften des Wassers werden in der Hydrotherapie genutzt. Bei Dampfbädern kann die Luftfeuchtigkeit Wärme sowie Wirkstoffe direkt in die Nasennebenhöhlen und Lungen transportieren und somit die Ausscheidung von Sekreten anregen. Wasser dient als Element auch der körperlichen Ertüchtigung. Menschen mit Übergewicht, aber auch Schmerzpatienten und körperlich behinderte Menschen, können durch Schwimmen oder Wassergymnastik Entspannung und Heilung erfahren.
Die meisten Therapien sind unkompliziert und können von jedem Patienten auch zuhause fortgeführt werden.
Wassertreten und Güsse
Füllen Sie ihre Badewanne mit kaltem Wasser und gehen sie in der Wanne einige Minuten „spazieren“. Die Wanne sollte etwa kniehoch mit Wasser gefüllt sein und kann zusätzlich noch mit Kräutern oder Aromen versetzt werden. Da es zu Beginn zu Kreislaufbeschwerden kommen kann, sollten Sie diese Therapie nicht alleine durchführen.
Wechselwarme Fußbäder
In zwei Behältern befindet sich warmes bzw. kaltes Wasser. Am besten auf einem Stuhl sitzend, werden die Füße gleichzeitig für einige Minuten in das kalte Wasser getaucht. Anschließend wechselt man in das Becken mit dem warmen Wasser und ruht die Füße dort etwas aus, bevor sie wieder ins kalte Wasser getaucht werden.
Druckstrahlgüsse und Blitzgüsse
Mit der Dusche oder einem Wasserschlauch wird der Körper abgeduscht. Der Druck sollte mittel oder sogar stark sein. Zur Anregung der Durchblutung wird kaltes Wasser verwendet, zur Beruhigung ist warmes Wasser geeignet.
Wickel und Packungen
Ein Tuch wird mit lauwarmem Wasser angefeuchtet und entweder um Arme oder Beine gewickelt oder auf den Körper gelegt. Durch Verdunstung wird dem Körper Wärme entzogen. Werden große Teile des Körpers abgedeckt, so kann noch ein trockenes Tuch untergelegt oder zur Abdeckung benutzt werden, damit der Körper nicht zu sehr auskühlt. Wadenwickel können auch zur natürlichen Senkung von Fieber verwendet werden. In jedem Fall muss das Wasser aber lauwarm sein, da kaltes Wasser den umgekehrten Effekt haben kann.
Abreibungen
Mit einem feuchten Tuch werden die schmerzhaften oder erkrankten Körperteile massiert und abgerieben, um die Durchblutung anzuregen. Dies geschieht eher oberflächlich, wie bei einem Peeling, und nicht tief in Form der Massage.
Bewegungsbäder
Bei Erkrankungen des Skeletts und der Muskulatur werden im Wasser spezielle gymnastische Übungen gemacht, die durch den Auftrieb des Wassers schonender sind, als Übungen an Land. Zudem werden noch Massagen unter Wasser mit der Hand oder durch den Wasserdruck im Whirlpool angewandt.
Bäder
Entweder der ganze Körper oder auch nur Körperteile können gebadet werden. Bei Teilbädern wird mit kaltem oder warmem Wasser oder Bürsten gearbeitet, während die Vollbäder ihre schmerzlindernde und durchblutende Wirkung durch einen sanften galvanischen Stromreiz erlangen.
Dämpfe
Entweder mittels Geräten oder Töpfen zur Inhalation oder in der Sauna atmen die Patienten heißem Wasserdampf ein, der noch mit Kräutern oder Aromen versetzt wird.



