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Doping im Sport

Geschrieben am 20. Juli 2009

doping im sportDie Anwendung von Substanzen zur Leistungssteigerung oder Stimulierung findet überall statt, nicht nur im Sport. Alkohol gehört für viele von uns genauso zum Alltag, wie Beruhigungs- und Aufputschmittel oder aber auch Drogen wie Kokain und Haschisch. Sie sind trotz ihrer anerkanntermaßen gesundheitsschädlichen Wirkung weit verbreitet und gesellschaftsfähig geworden. Wir müssen unsere Leistung bringen, ganz egal was es kostet, auch wenn es sich um unsere Gesundheit handelt.
„Höher, schneller, weiter“ ist nicht mehr nur ein olympisches Motto, es ist zum Prinzip der kapitalistischen Gesellschaftsordnung geworden. Wer nicht mitmacht, der wird als Versager abgestempelt.

Doping im Leistungsport
Im Sport spiegelt sich unsere Gesellschaft wieder. Wir wollen Sieger sehen und keine Verlierer. Das führt dazu, dass sich Leistungssportler dem Doping nicht mehr entziehen können. Sie können nur noch versuchen, nicht entdeckt zu werden. Wer heute glaubt, dass es im Hochleistungssport auch nur einen einzigen Weltmeister oder Olympiasieger gibt, der seine Siege nicht unter Einsatz von leistungssteigernden Dopingmitteln erzielt hat, der ist als naiv zu bezeichnen. Es geht im Sport schon lange nicht mehr nur um Ruhm oder Ehre, sondern um Millionengewinne. Ganze Industrien hängen im Schlepptau von Becker, Ulrich, Schumacher & Co.  und sie wollen ihre Marken und Produkte erfolgreich präsentieren.

Doping im Breitensport
Leider finden wir Doping auch im Breitensport, allerdings unter anderen Vorzeichen. Hier geht es weniger um die reine Leistungssteigerung, sondern meistens um einen attraktiven muskulären Körper. Die Mengen an anabolen Steroiden, die zwischen Hantel-Training und Sonnenstudio eingeworfen werden, sind dabei oft ein Vielfaches dessen, was der Profisportler unter ärztlicher Kontrolle einnimmt. Die Gefahren, die davon ausgehen, wenn jemand unkontrolliert Hormone nimmt, sind nicht gering. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Todesfällen gekommen, die auf Doping zurückzuführen waren.

WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur)
Um gegen Doping im Leistungsport vorzugehen und weltweit einheitliche Kriterien durchzusetzen, wurde 2004 die WADA gegründet. Neben der Erstellung von einheitlichen Listen der verbotenen Substanzen oder Dopingtechniker wie Eigenblutdoping, ist die Aufgabe der Agentur, durch weltweit einheitliche Kontrollen Doping zu bekämpfen und gleiche und faire Bedingungen zu schaffen.

Scheinheiligkeit der Funktionäre
Es gibt keinen einzigen Menschen, der nicht in irgendeiner Funktion im Hochleistungssport mit Doping in Kontakt steht oder davon Kenntnis hat. Daher ist es besonders scheinheilig, wie Funktionäre sich verhalten, wenn einer ihrer Sportler des Dopings bezichtigt wird. Man lässt den betreffenden Sportler wie eine heiße Kartoffel fallen und zeigt sich betrübt darüber, dass sich ausgerechnet in den eigenen Reihen ein schwarzes Schaf befand. Doping selber ist innerhalb der Community nicht verpönt oder geächtet, aber sich erwischen zu lassen, das  gilt als Frevel. Gerade die Funktionäre wären in der Lage, sich zum Beispiel nach ihrem beruflichen Ende offen zu äußern, um den Missstand anzuprangern. Sie haben keine Medaillen oder Pokale gewonnen, die sie wieder zurückgeben müssten, sie haben auch keine Werbeverträge oder Fernsehauftritte zu verlieren. Leider gibt es in diesem geschlossenen Systems des Dopings zu wenige, die den Mut dazu haben.

Freigabe von Doping
Aufgrund der scheinbar aussichtslosen Situation, Doping erfolgreich zu bekämpfen, gibt es vermehrt Stimmen, die eine Freigabe von bestimmten Substanzen fordern. So würde eine Ehrlichkeit und Transparenz im Sport einkehren, die für gleiche Chancen garantiert und die Sportler schützt. So einleuchtend diese Idee auch sein mag, so unwahrscheinlich ist es, dass sie umgesetzt wird. Die Zulassung von Substanzen, die nachgewiesen schädlich sind, kann nicht im Interesse des Sportes sein.

Neue Anti-Doping-Regeln
Immer neue leistungssteigernde Substanzen kommen auf den Markt und es vergeht eine Zeit, bis sie bekannt und nachweisbar sind. So macht es wenig Sinn, sich beim Doping auf den Nachweis der Dopingmittel zu konzentrieren, sondern man muss deren Effekt nachweisen und unter Strafe stellen. Schließlich ist bekannt, wie sich das Blut eines gesunden Sportlers zusammensetzt. Werden besonders auffällige Blutwerte gemessen, die zu einer Leistungssteigerung führen können, dann ist der Sportler zu sperren, ganz egal, ob ihm Doping nachgewiesen werden kann oder nicht. Nach diesen neuen Regeln soll in Zukunft verfahren werden.

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