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Dehnen

Geschrieben am 20. Juli 2009

Stretching

Morgens nach dem Aufstehen machen wir es eigentlich alle: Wir strecken uns und lockern dabei unsere Muskeln und Sehnen, die im Schlaf „verkümmert“ sind. Aber auch Sportler machen vor und nach dem Training in der Regel Dehnübungen, egal ob es sich nun um Ausdauer- oder Krafttraining handelt. Nicht zuletzt sind Beweglichkeitsübungen Teil der Krankengymnastik.
Welchen Sinn und Zweck diese Übungen haben, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt, es kursieren jedoch einige falsche Vorstellungen und Gerüchte, die sich auch hartnäckig im Profisport halten.

Das Verletzungsrisiko durch Dehnübungen mindern?
Übermäßige Dehnübungen haben keinerlei positiven Effekt auf die Muskulatur und Sehnen des Sportlers, ja es wurde sogar nachgewiesen, dass die Schnellkraft nachlässt und schneller ein Muskelkater auftritt. Anstatt also das Verletzungsrisiko zu mindern, verursachen ausgiebige Dehnungen sogar kleine Verletzungen in der Muskulatur. Einem Muskelfaser- oder Bänderriss beugt man durch übertriebene Dehnübungen nicht vor.
Auch Bänderdehnungen lassen sich nicht durch Dehnübungen vermeiden, denn sie entstehen durch eine ruckartige und übermäßige Beanspruchung eines Gelenkes. Lediglich eine stärkere Muskulatur kann die Überdehnung des Gelenkes verhindern.
Leichte Übungen, die zu einem Erwärmen der Muskultur führen, sind dagegen geraten. Dabei geht es eher um ein federndes Bewegen der Muskultur, als um ein tatsächliches Strecken. Auf diese Art werden die Muskeln besser durchblutet und zeigen eine erhöhte Flexibilität.
Intensives Dehnen ist in den Sportarten wichtig, bei denen es auf die Beweglichkeit ankommt. Beim Turnen oder beim Kampfsport müssen die Gliedmaßen vorher an die spätere Position einmal langsam angenähert werden, damit es nicht zu Verletzungen kommt.

Dehnübungen gegen Muskelverkürzung?
Im Allgemeinen stellen wir uns vor, dass man durch Dehnübungen einen Muskel „länger“ machen kann, doch ist diese Beschreibung nicht präzise. Ein Muskel hat immer die gleiche Länge, die auch durch Stretching nicht verändert werden kann. Durch Dehnübungen wird ein Muskel nicht länger, es wird lediglich seine Beweglichkeit erhöht. Daher wird in der Krankengymnastik auch oft gedehnt.

Zusammenfassung
Dehnen kann einen positiven Effekt auf den Körper haben, jedoch kommt es darauf an, was man mit den Dehnübungen erreichen will und wann man sie mit welcher Intensität ausführt.
Leichte Dehnübungen erwärmen die Muskulatur und sind vor jeder körperlichen Anstrengung sinnvoll. Dabei muss es sich nicht notwendigerweise immer um Sport handeln, fast genauso oft verletzen sich die Menschen im Alltag, wenn sie plötzlich eine große Last zu transportieren haben oder eine ruckartige Bewegung vollziehen.
Starke Dehnübungen führen zu kleinen Rissen in der Muskulatur und können das Verletzungsrisiko sogar noch erhöhen. Nur Sportarten, bei denen Gelenkigkeit im Vordergrund steht, wenden diese Wettkampfvorbereitung an.
Dehnübungen sollten langfristig und vorher ausgeführt werden. Am Tag eines Wettkampfes oder einer Höchstbelastung reicht das Aufwärmen und Ausschütteln der Muskultur.

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