Abnehmen durch Sport
Geschrieben am 14. Juli 2009
Zur Reduktion des Körperfettanteils gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der erste Ratschlag heißt oft, man solle viel Sport treiben, doch leider lässt sich diese Behauptung nicht pauschal aufrecht erhalten. Leider gibt es nur wenige Sportmediziner, die gegen die vielen Falschinformationen aus der Fitnessbranche vorgehen und so ist schon fast eine Tradition des Aberglaubens in dieser Szene entstanden. Es werden Regeln aufgestellt, die jeglicher Grundlage entbehren, sich aber von Studio zu Studio und von Fitnesstrainer zu Fitnesstrainer weitertragen. Eine Fehlinformation der Menschen, deren Hintergrund nicht nur im Halbwissen der Beteiligten liegen kann, denn auch Ärzte haben angefangen, sich diesem Trend anzuschließen.
Fehlinformationen aus dem Fitnesstudio
Abnehmen funktioniert in etwas wie Schuldenabbau, nur umgekehrt. Man muss beim erfolgreichen Abnehmen, vor allem wenn es um Körperfett geht, mehr verbrauchen, als man zu sich nimmt. Dies ist die einzige allgemeingültige Regel, alle anderen Regeln in diesem Bereich haben nur wenig bis gar keine Gültigkeit.
Wer Sport treibt, der verbrennt Kalorien und nimmt dabei ab, aber wer Sport treibt, der gewinnt auch an Muskelmasse und nimmt dabei zu. So kann es sein, dass intensives Training zu Beginn sogar zu einer Gewichtszunahme führt, denn mit dem gestiegenen Energieverbauch steht auch unmittelbar ein stärkeres Hungergefühl in Verbindung. Wer versucht diesen Effekt, wie oft geraten, mit noch mehr Sport auszugleichen, der wird schnell frustriert aufgeben.
Ausdauertraining zum Abnehmen
Um diesen Effekt zu verringern, wird den Menschen geraten, sich auf Ausdauertraining zu spezialisieren. Angeblich würde bei einer Herzfrequenz von 110 – 120 Schläge pro Minute am meisten Fett verbrannt (Fettstoffwechselbereich), was aber schlicht nicht richtig ist. Krafttraining kennt nämlich den sog. Nachbrenneffekt. Noch lange Zeit nach einer Krafteinheit verbrennt der Körper Energie, dass das Kraftsportlicher zwar im Zeitraum des aktiven Trainings weniger verbrauchen, nicht aber auf einen Zeitraum von 24 Stunden gesehen. Ganz im Gegenteil wird beim Joggen oder Steppen eher Wasser als Fett verloren, aber was noch viel wichtiger ist, es gehen viel Zeit und Motivation verloren. Wer mehrmals in der Woche bis zu 60 Minuten auf dem Stepper verbringen oder 10 Kilometer laufen muss, um sein vermeintliches Trainingsziel zu erreichen, der ist schnell deprimiert und gibt wieder auf.
Krafttraining zum Abnehmen
Im Gegensatz zum schlechten Ruf, den das Krafttraining hat, ist seine Wirkung auf die Kalorien- und Körperfettverbrennung durchaus positiv. In relativ kurzer Zeit wird eine große Menge an Kalorien sehr effektiv verbraucht, ohne dass man Knochen und Gelenke übermäßig belasten muss. Krafttraining lässt sich auch gut zuhause ohne geringen Geräte- oder Zeitaufwand betreiben. Eine kleine Hantel und eine Bodenmatte sind schon genug. Anstatt sich drei oder vier Abende in der Woche ein paar Stunden um die Ohren zu schlagen, um gerade Mal die Kalorien einer fetten Wurst zu verlieren, kann man das Krafttraining gut ohne großen Aufwand in seinen alltäglichen Aktivitäten integrieren. So verliert man nicht die Motivation und kann weiter am Familienleben teilnehmen.
Bedeutung des Sports bei der Gewichtsreduktion
Wie schon beschrieben, verliert man nur dann an Gewicht, wenn die Energiebilanz negativ ist. Reine Diäten zielen darauf ab, weniger zu sich zu nehmen, als man verbraucht, was auf Dauer zu einem geringeren Energieumsatz führt, der sich schädlich auf den Organismus auswirken kann.
Beim Sport hingegen geht man von der Idee aus, mehr zu verbrauchen, als man zu sich nimmt. Der Körper gewöhnt sich allmählich an einen höheren Umsatz an Kalorien und „schichtet“ sich quasi um. Aus Körperfett wird Energie gewonnen, die zum Aufbau von Muskelmasse und zur Bewegung notwendig ist. Wir schaffen uns mit den Muskeln als unsere einen „Kalorienkonsumenten“, die sich Stück für Stück von unseren Fettdepots bedienen. Da bei erhöhter körperlicher Aktivität auch der Hunger steigt, ist es wichtig zu kontrollieren, wie viel Kalorien man verbraucht und wie viel man dementsprechend zu sich nehmen darf. Schließlich ist, nur weil man Sport treibt, der Energieverbrauch nicht plötzlich unbegrenzt, sondern lediglich etwas erhöht. Um den Körper nicht zu überlasten und ihn nicht völlig durcheinander zu bringen, darf Sport nur in Maßen getrieben werden. Gerade ungeübte Menschen verletzen sich leicht oder überlasten ihren Organismus. Jemand, der bisher keine oder nur wenig körperlich aktiv war, der darf nicht plötzlich anfangen einen Marathon zu laufen. Das würde ihm der Körper übel nehmen und satt eines positiven Effekts auf die Gesundheit, würde sich die Sache ins Gegenteil umkehren.
Die Energiebilanz sollte nur langsam verschoben werden. Wer bisher vielleicht 300 Kalorien am Tag zu viel gegessen hat, der kann sich zum Ziel machen, die Hälfte davon über Sport bzw. leichte körperliche Aktivitäten abzubauen und die andere Hälfte durch Reduzierung der Kalorienzufuhr. So greift man den „Feind“ von zwei Seiten an, ohne sich zu verausgaben.
Fazit
Es ist nichts gegen Ausdauersportarten einzuwenden, doch muss man seine Ziele definieren. Will man Körperfett reduzieren, so eignet sich das Krafttraining. Will man dagegen seinen allgemeinen Fitnesszustand verbessern und dabei das Herz schonen, um am Ende eine größere Leistungsfähigkeit zu erreichen, dann ist man im Ausdauersport gut aufgehoben.

