Vitamine
Geschrieben am 28. Juli 2009
Die Vitamine haben ihren Namen eigentlich zu Unrecht erhalten. Der polnische Biochemiker glaubte entdeckt zu haben, dass alle lebensnotwendigen Stoffe eine Stickstoffgruppe enthielten und benannte sie daher mit dem Namen Vita (Leben) und Amin (stickstoffhaltig). Inzwischen wissen wir, dass Vitamine nur eines gemeinsam haben: Sie sind unverzichtbarer Bestandteil unserer Nahrung, können vom Körper mit Ausnahme des Vitamin D nicht selber produziert werden. Sie dienen dem Stoffwechsel und regulieren die Verarbeitung von Kohlenhydraten und Eiweißen. Genau wie Mineralstoffe und Spurenelemente gehören die Vitamine nicht zu den Energielieferanten, sondern zu den Katalysatoren.
Obwohl Vitamine Energie nicht direkt liefern, kann ein Mangel an Vitaminen trotzdem zu einer unerklärlichen Müdigkeit und Antriebsschwäche führen. Das liegt daran, dass die benötigte und aufgenommene Energie der Nahrung nicht ausreichend vom Körper absorbiert werden konnte, da die für den Stoffwechsel wichtigen Vitamine nicht ausreichend vorhanden waren. Um dem vorzubeugen, sollte jede Mahlzeit einen Anteil an frischem Obst und Gemüse haben.
Einteilung der Vitamine
Vitamine werden in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine eingeteilt. Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören die Vitamine C und B. Der Körper kann sie nicht speichern, sondern sie müssen täglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Die wichtigsten fettlöslichen Vitamine sind die Vitamine A, D, E, und K, wobei das Vitamin D inzwischen als Hormon bezeichnet wird.
Vitaminmangel
Die Entdeckung der Vitamine ist zum großen Teil den Krankheiten zu verdanken, die ihr Mangel auslöst. Der niederländische Arzt Christiaan Eijkman hatte im Jahr 1912 als erster die Symptome (Lähmungen und Kräfteverlust) der Beri-Beri Krankheit auf einen Mangel an Thiamin (Vitamin B) zurückführen können. Die Krankheit trat damals bei Menschen und Tieren auf, deren Nahrung von braunem ungeschältem Reis auf den weißen geschälten Reis umgestellt wurde.
Die Zusammenhänge von Vitamin C-Mangel und Skorbut oder dem Mangel an Vitamin D und dem Auftreten von Rachitis sind dann in der Folge von anderen Wissenschaftlern aufgedeckt worden. Viele Krankheiten, die noch in den Weltkriegen zu großen Verlusten geführt hatten, gehörten damit der Vergangenheit an.
In den modernen Industrienationen treten Vitaminmangelerscheinungen nur noch in Ausnahmefällen auf. In einigen Fällen können sie Folge anderer Erkrankungen sein, die eine effiziente Aufnahme der Vitamine verhindert (Erkrankungen des Dünndarms)
Vorkommen der Vitamine
Vitamine kommen in der Natur nur gebunden vor, in der Regel als Kombination von mehreren Vitaminen. Wie den meisten bekannt, ist das Vitamin C in frischem Obst vertreten. Die Vitamine B, A und D in Lebertran, die verschiedenen Varianten des Vitamin B in der Leber und in Reiskleie. Vitamin K findet sich in Kohl, Spinat, Salaten, Milchprodukten, Eier und Fleisch. Vitamin E ist besonders in Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Olivenöl vorhanden.
Vitamine in der Nahrung
Vitamine sind empfindliche chemische Verbindungen, die durch Erhitzen oder durch starke Lichteinwirkung zerstört werden können. Bei der Lagerung und beim Kochen sollte man daher möglichst schonend mit den Nahrungsmitteln umgehen. Bei Milch, ein wichtiger Vitaminlieferant, hat sich schon die Lagerung in lichtundurchlässigen Behältern durchgesetzt, doch leider stehen Säfte immer noch in weißen Glasflaschen im Regal. Das sieht zwar schön aus, ist aber der Qualität des Getränkes abträglich, da auf diese Weise die lichtempfindlichen Vitamine weitgehend zerstört werden.
In Früchten und Gemüse befinden sich die meisten Vitamine unter der Schale. Dies ist der Grund dafür, dass man möglichst auf das Schälen verzichten sollte.
Alle Vitamine sind hitzeempfindlich und zersetzen sich nach einiger Zeit in ihre Bestandteile. Daher ist es beim Kochen wichtig, möglichst kurz und effizient zu garen. Das geschieht am besten beim Dünsten, da hier die Temperaturen nicht so hoch sind. Man sollte das Gemüse nur bissfest garen, da sich so die Vitamine am besten halten.
Beim Verzehr von Lebensmitteln mit fettlöslichen Vitaminen ist dafür zu sorgen, dass diese auch mit etwas Fett gegart werden. Mohrrüben, die als Träger des Karotin (Provitamin A) eine wichtige Rolle spielen, sollten z.B. kurz in Wasser gedünstet und anschließend in etwas Butter geschwenkt werden.



