Übergewicht, Adipositas
Geschrieben am 28. Juli 2009
Übergewicht (Adipositas) bezeichnet die über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Dabei hat sich der Wert für das Idealgewicht in den vergangenen Jahrzehnten leicht verändert und wird heute mit dem sog. Body Mass Index (BMI) ermittelt. Den BMI ermittelt man aus dem Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
| Einteilung | BMI | Krankheitsrisiko |
|---|---|---|
| Untergewicht | <18,5 | niedrig |
| Normalgwicht | 18,5 – 25 | durchschnittlich |
| Präadipositas | 25 – 30 | gering erhöht |
| Adipositas Grad I | 30 – 35 | erhöht |
| Adipositas Grad II | 35 – 40 | hoch |
| Adipositas Grad III | 40 und mehr | sehr hoch |
Zur Einschätzung, wie hoch die gesundheitliche Gefährdung tatsächlich ist, muss vom Arzt untersucht werden, wie das Körperfett verteilt ist.
Häufigkeit von Übergewicht
In den modernen Industrieländern gehört Übergewicht inzwischen zum Alltag. Man kann davon ausgehen, dass etwa 30% der Menschen dieser Länder bereits an Übergewicht leiden, wobei etwa ein Drittel bereits an Grad I bis III Adipositas erkrankt sind. Ein großes Problem ist, dass auch die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlichen seit einigen Jahren explosionsartig ansteigt.
Gründe für Übergewicht
Die häufig gerne zitierten Stoffwechselstörungen sind in den wenigstens Fällen der Grund für Übergewicht. Vielmehr sind es unsere Lebensgewohnheiten, viel Essen und wenig Bewegung, die zur Fettleibigkeit führen. Stimmt die Energiebilanz nicht mehr, werden also mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, dann kommt es zur Einlagerung von Fett in den Fettzellen und zur Gewichtszunahme.
Gesundheitliche Folgen
Übergewicht ist in erster Linie keine Frage der Attraktivität eines Menschen, sondern seiner Gesundheit und Lebenserwartung. Die häufigsten Krankheiten und Todesursachen werden alle durch Fettleibigkeit stark begünstigt, da der Stoffwechsel im Körper gestört ist. Funktioniert dieser nicht mehr vollständig, dann kommt es zu Folgeerkrankungen, die sämtliche Organe des Körpers betreffen können. Zu den häufigen Problemen, die durch Übergewicht verursacht werden, gehört die Ausbildung einer Diabetes mellitus, von Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen und auch von Krebs.
Therapie
Spätestens ab einem BMI 30 sollte eine Gewichtsreduktion herbeigeführt werden. Wichtig ist, dass eine Diät langsam, aber vor allem auch dauerhaft, vorgenommen wird. Unser Körper reagiert auf Diäten sehr ursprünglich und instinktiv. Die Verknappung von Nahrung bedeutet für uns aus historischer Sicht immer etwas Bedrohliches und so sind auch die Reaktionen des Organismus entsprechend gelagert. Im Laufe der Diät fährt unser Körper seinen Energieverbrauch herunter. Eine Diät birgt das große Risiko, dass bei deren Beendigung unser Körper, statt wieder mehr Energie zu verbrauchen, noch mehr Körperfett einlagert, um sich besser vor der nächsten Hungerperiode zu schützen. Es kommt zum sog. Jo-Jo-Effekt, der im schlechtesten Fall dazu führt, dass man kurze Zeit nach der Diät noch mehr wiegt, als vorher. Daher sollte man auch nicht von einer Diät reden, sondern von einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Nur wenn diese Änderung dauerhaft ist, kann von einer erfolgreichen Therapie gesprochen werden.
Neben der Verringerung der Kalorienzufuhr sollte auch der Kalorienverbrauch gesteigert werden. Dazu kann man Sport treiben, aber auch schon mehr Bewegung im Alltag hat einen positiven Effekt. Statt den Fahrstuhl zu benutzen, kann man die Treppen hochsteigen, kurze Wege in Zukunft zu Fuß zurücklegen und statt fernzusehen, lieber spazieren gehen.
Die richtige Ernährung
Die meisten Diäten sind so angelegt, dass man sie nur für eine bestimmte Zeit durchhalten kann. Sie bringen eine vorübergehende Gewichtsreduktion durch Diätprodukte mit anschließendem Jo-Jo-Effekt. Wer dauerhaft abnehmen will, der muss eine Ernährungstherapie zur Gewichtsreduktion machen und nicht in der Zeitschrift nach der neusten Modeerscheinung blättern. Diese Diäten sind unbrauchbar und zum Teil sogar gefährlich.
Informationen über die Bedürfnisse des Körpers und die Auswahl der richtigen Ernährung erhält man bei seinem Arzt oder einem Ernährungsexperten, der einem auch Kenntnisse über den Kaloriengehalt von Nahrungsmitteln vermitteln kann. Die Kalorienaufnahme muss nämlich so reduziert werden, dass man überschüssige Körperfett nicht ständig mit füttert. Um dies effektiv zu machen, sind besonders Fette und Kohlehydrate am Abend zu meiden. Sie regen die Insulinproduktion an und führen am Abend genossen, zu einer übermäßigen Einlagerung von Fettzellen.
Psychologische Faktoren
Ungesundes Essverhalten gilt als eine Sucht und geht daher immer mit einer sog. psychologischen Umkehr einher. Der Fettleibige weiß genau darüber Bescheid, welche Fehler zu seiner Fettsucht führen, er weiß auch, wie er sie abstellen kann, doch er tut es nicht. Nach einer kurzen Phase der Selbstdisziplin wird wieder nachts der Kühlschrank geplündert und alle Vorsätze gebrochen. Als einleitende und begleitende Maßnahme einer erfolgreichen und dauerhaften Gewichtsreduktion ist es also sinnvoll, eine Psychotherapie zu beginnen. Es gibt im Leben kaum etwas, dass so schwer ist, wie alte Gewohnheiten abzulegen. Daher sollte sich niemand schämen, Hilfe dieser Art in Anspruch zu nehmen.
Vorbeugung gegen Übergewicht
Eine gesunde Lebensweise muss der Mensch heutzutage erlernen. Für Eltern bedeutet dies, dass sie als Vorbild für ihre Kinder fungieren sollten, denn nur so können sich diese an eine normale und gesunde Ernährungsweise gewöhnen. Wer von seinen Eltern vorgelebt bekommt, wie man sich gesund ernährt, dem wird es später auch weniger schwer fallen, dies selber zu tun. Da helfen gerade bei Kindern keine langen Vorträge oder Regeln, die Eltern müssen es einfach vormachen.
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Ungesundes Essverhalten ist irgendwie schwamming. Es ist ja längst nicht immer so, dass es nur ein zuviel von Essen oder die falsche Nahrung wäre. Vielmehr können viele Betroffene mit Übergewicht schlicht Hunger und Sättigung spüren bzw. versuchen über Essen andere Anspannungszustände zu beseitigen. Essstörungen sind komplexe Probleme, die man nicht allein auf ein zu viel oder zu wenig vereinfachen sollte.