Sodbrennen
Geschrieben am 28. Juli 2009
Als Sodbrennen bezeichnet man die Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut. Sie entsteht in der Regel durch einen Rückfluss der Verdauungssäfte des Magens. Ursache hierfür ist eine dauerhafte oder kurzzeitige Funktionsstörung des Schließmuskels (Pförtner), der Speiseröhre und Magen von einander trennen soll.
Die sog. Refluxsymptome, bei denen Flüssigkeiten zwischen den Organen wieder zurückfließen, gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden. Die Betroffenen leiden unter einem sauren Brennen im Hals und der Speiseröhre. Besonders nach üppigen Mahlzeiten und im Liegen tritt Sodbrennen auf.
Einige Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee, Schokolade, Pfefferminze, Alkohol begünstigen den krankhaften Rückfluss der Magensäure. Auch durch sportliche Aktivitäten kann es häufiger zum Auftreten von Refluxsymptomen kommen.
Altes bekanntes Mittel gegen Sodbrennen ist Bullerichsalz (Natriumbicarbonat), das man in jeder Apotheke verschreibungsfrei bekommt. Dieses neutralisiert die bereits eingedrungene Magensäure. Es ist nebenwirkungsfrei, da es zu den vom Körper selber produzierten Verbindungen gehört, die für einen Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes sorgen.
Aber auch vorbeugende Maßnahmen sind möglich, wenn man häufiger unter Sodbrennen leidet. Besonders die Vermeidung von sauren Lebensmitteln kann zu einer Verbesserung führen.
Ursachen und Folgen von Refluxerkrankungen
Neben den Ernährungsgewohnheiten spielt bei der Entstehung der Refluxkrankheit die Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre die entscheidende Rolle. Die Ursachen für diese Funktionsstörung sind im Augenblick nicht eindeutig geklärt. Ein bisher angenommener Zusammenhang mit der Erkrankung des Zwerchfells scheint sich jedenfalls nicht bestätigt zu haben.
Ob die Speiseröhre durch den Rückfluss der Magensäure geschädigt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Genau wie unser Darm hat die Speiseröhre eine Peristaltik, durch deren Bewegung die Magensäure wieder zurückgedrängt wird. Dieser Selbstreinigungsmechanismus kann aber gestört sein, wenn die Peristaltik zu schwach ist.
Ist das Medium der unteren Speiseröhre durch den erhöhten Reflux dauerhaft zu sauer, so kann sich mit den Jahren ein Tumor (Speiseröhrenkrebs) bilden. Die andauernde Entzündungsreaktion führt zur Bildung von Geschwüren und Vernarbungen an der Schleimhaut. Mit der Zeit verengt sich die Speiseröhre, was sich durch eine erschwerte Nahrungsaufnahme bemerkbar macht. Durch die Entzündungen der Speiseröhre kann es auch zu Blutungen kommen, die normalerweise nicht bemerkt werden.
Ist die Schädigung der Schleimhaut in einem chronischen Stadium angekommen, dann kommt es durch den Umbau von Gewebe zur Bildung des sog. Barrett-Ösophagus. Das ursprüngliche Gewebe der Schleimhaut wird durch ein untypisches Gewebe ersetzt und bildet ein günstiges Medium für die Entstehung eines bösartigen Tumors, dem Ösophaguskarzinom.
Diagnose
Die ersten Symptome der Refluxkrankheit kann jeder Mensch selber bemerken, in der Regel ist es das sog. Sodbrennen, das Beschwerden verursacht. Bei ständigem Sodbrennen besteht der Verdacht auf eine anhaltende Refluxkrankheit, was dann eine genauere Untersuchung notwendig macht. Mittels einer Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms wird festgestellt, ob und in welchem Ausmaß eine Fehlfunktion des Pförtner-Muskels vorliegt.
Einen Nachweis für den dauerhaften Rückflusses von Magensäure liefert die sog. 24-Stunden-pH-Metrie. Über eine Sonde wird kontinuierlich über 24 Stunden hinweg gemessen, wie hoch der Säuregehalt im unteren Teil der Speiseröhre ist.
Therapie
Wie beschrieben, kann als erstes Mittel Natriumbicarbonat genommen werden. Dieses neutralisiert die Magensäure und lindert die Beschwerden. Dauerhaft sollte dann die Ernährung weg von säurehaltigen Lebensmitteln umgestellt werden. Aber auch fettreiche Nahrung, sowie Alkohol und Nikotin sind zu vermeiden. Hilfreich ist es auch, nur kleine Portionen zu essen, um den Magen nicht zu überlasten und zu überfüllen.
Da der Rückfluss des Mageninhalts besonders durch eine liegende Position begünstigt wird, sollten Patienten darauf achten, dass der Kopf etwas höher als der Magen gelagert wird. So ist der Rückfluss von Magensäure im Schlaf erschwert.
Bei der medikamentösen Behandlung der Refluxkrankheit wird gezielt die Produktion von Magensäure gehemmt. Rein theoretisch ist auch ein operativer Eingriff möglich, er war jedoch in der Vergangenheit nicht sehr erfolgreich und wird daher selten empfohlen.
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