Mineralien und Spurenelemente
Geschrieben am 28. Juli 2009
Immer mehr Menschen schenken ihrer Ernährung Aufmerksamkeit, weil sie die Wichtigkeit einer gesunden Nahrungszusammensetzung erkannt haben. Nicht mehr nur die Kalorienanzahl, der Fett-, Kohlenhydrate- oder Proteingehalt, sondern auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente rücken in das Licht der Öffentlichkeit.
Die Kenntnisse dazu haben sich im 20. Jahrhundert entwickelt und werden von den jungen Generationen fortgesetzt und erweitert. Während in der Anfangsphase noch Ersatzstoffe, sog. Nahrungsergänzungsmittel, im Mittelpunkt des Interesses standen, geht der Trend heute dahin, die benötigten Nährstoffe über gesunde, frische und unbehandelte Lebensmittel aufzunehmen. Das ist in jeder Hinsicht auch den Ersatzstoffen oder Extrakten vorzuziehen, da viele Inhaltsstoffe erst in einem komplexen Zusammenspiel für uns nutzbar sind. Viele natürliche Nahrungsmittel enthalten zudem Stoffe, von deren Wirkung der Mensch noch keine ausreichende Kenntnis hat.
Lebensnotwendige Mineralien und Spurenelemente
Eine Vielzahl von Mineralien ist für unseren Organismus essentiell, d.h. sie sind lebensnotwendig. Diese Stoffe werden entsprechend ihrer Größe in Makroelemente und Mikroelemente (Spurenelemente) unterteilt.
Wer in der Wüste eine Safari macht und dabei denkt, es würde ausreichen viel Wasser zu trinken, der wird das nach kurzer Zeit mit dem Leben bezahlen. Doch warum ist das so? Die Erklärung liegt im Verlust von lebenswichtigen Salzen, die durch das häufige Trinken und spätere Ausschwitzen schnell ausgespült werden. Wer diese Salze dem Körper nicht wieder zuführt, wird nach kurzer Zeit unter Stoffwechselstörungen leiden, die zu Schäden an den Organen führen. In heißen Gegenden findet sich in den Regalen der Supermärkte daher auch oft leicht gesalzenes Wasser und eine große Auswahl an gesalzenen Nüssen.
Makroelemente
Zu den beiden wichtigsten Makroelementen zählen Natrium und Chlor, die Hauptbestandteil unseres Kochsalzes sind (NaCl). Unser Körper benötigt eine bestimmte Konzentration von Natrium und Chlor, damit alle osmotischen Vorgänge (die Weiterleitung von Stoffen durch die Zellmembranen) störungslos ablaufen können. Bei einem größeren Blutverlust kann z.B. das verlorene Volumen bis zu einem gewissen Anteil durch eine 0,9% Kochsalzlösung aufgefüllt werden.
Das in Getreide, Gemüse und Früchten vorkommende Kalium spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in unserem Organismus. Es ist an den chemischen Vorgängen beteiligt, die bei der Reizweiterleitung in den Nerven abläuft und stabilisiert Säure-Basenhaushalt.
Kalzium und Magnesium nehmen wir überwiegend über Milchprodukte bzw. Gemüse zu uns. Die beiden Mineralstoffe sind wichtig für den Aufbau von Knochen, spielen aber, wie die anderen Elemente, auch in der Versorgung von Nerven und Muskeln eine Rolle.
Spurenelemente bzw. Mikroelemente
Spurenelemente benötigt der Körper in einer geringeren Menge als die Makroelemente, was aber nicht bedeutet, dass diese weniger wichtig wären. So ist z.B. Eisen als Bestandteil des Hämoglobins am Sauerstofftransport im Blut beteiligt. Eisenmangel führt zur Blutarmut (Anämie) und kann lebensbedrohliche Folgen haben. Ein gesunder Mensch leidet nicht unter Eisenmangel, da wir über Obst und Gemüse ausreichend damit versorgt werden.
Bei Jodid sieht es schon anders aus. In Europa sind die Böden inzwischen sehr jodarm, weshalb unsere Gemüse ebenfalls kaum noch Jod enthalten. Dies kann zu Problemen mit der Schilddrüse führen, aber auch Krebs tritt in Folge von Jodmangel eher auf, als bei einer guten Jodversorgung. Jod findet sich in Meeresfischen und heutzutage auch im jodierten Speisesalz.
Fluorid benötigt der menschliche Organismus für Knochen und Zähne. Es macht die Zähne kräftiger und widerstandsfähiger. Bei Kindern gibt man heute oft Fluor in Form von Tabletten, um beim Zahnaufbau zu unterstützen. In vielen Ländern wird Fluor aber auch bereits dem Leitungswasser beigesetzt, um die Versorgung mit diesem Spurenelement zu verbessern.
Die Mikroelemente Mangan, Kupfer, Kobalt, Chrom und Selen sind ebenfalls für den Stoffwechsel von Bedeutung. Sie kommen in so ausreichender Menge in jeder Form von Nahrung vor, dass eine Unterversorgung ausgeschlossen ist.
Fazit
Lesen wir auf einer Lebensmittelverpackung „Reich an lebenswichtigen Spurenelementen“, dann wissen viele Menschen nicht, was damit gemeint ist. Es hört sich gut an, doch die Bedeutung bleibt verschlossen. Wie wenig dem Thema bisher Beachtung geschenkt wurde, sieht man am Märchen vom Spinat. Ganze Generationen sind im Glauben aufgewachsen, dass Spinat besonders eisenhaltig sei, ja es ist daraus sogar die Comic-Figur Popey hervorgegangen, der seine Muskeln dem Spinat zu verdanken hat. Vor einiger Zeit stellte sich nun heraus, dass diese Annahme lediglich auf einem Fehler in der Kommastelle des Eisengehalts beruht. Spinat gehört in der Wirklichkeit zu den Gemüsen mit dem geringsten Anteil an Eisen.
Spurenelemente und Mineralstoffe haben in Wirklichkeit weder etwas Mystischen oder Geheimnisvolles an sich, sie sind auch keine Wundermittel oder etwas für Gesundheitsapostel, sondern unverzichtbarer Bestandteil unserer Nahrung. Ein Mangel kann leicht verhindert werden, indem man gesunde und frische Nahrung zu sich nimmt, jodiertes Salz verwendet, regelmäßig Fisch ist und frische Milch trinkt. Es gibt normalerweise keinen Grund auf Tabletten zurück zu greifen, wenn man diese Regel beherzigt.
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