Fette (Lipide)
Geschrieben am 28. Juli 2009
Fette sind ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Nahrung. Sie liefern nicht nur Energie, sondern sie sorgen vor allem dafür, dass sich wichtige Vitamine überhaupt lösen und vom Körper aufgenommen werden können.
Fette bestehen genau wie Kohlehydrate aus den Bausteinen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff und kommen in der Nahrung meistens als Triglyzeride und Cholesterin vor.
Genau wie die Fette, gehören auch die Fettsäuren zu Gruppe der Lipide, deren Aufgaben im Körper unverzichtbar sind. Man unterscheidet zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren.
Während der Mensch auf die gesättigten Fettsäuren verzichten kann, sind die ungesättigten Fettsäuren lebenswichtig und an den verschiedensten Vorgängen im Körper beteiligt. Die reaktionsfreudigen ungesättigten Fettsäuren befinden sich in pflanzlichen Ölen und im Fisch. Ein Teil der ungesättigten Fettsäuren, wie z.B. die Linolsäure und die Linolensäure, werden vom menschlichen Organismus nicht selber hergestellt, sondern müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Sie werden daher als essentielle Fettsäuren bezeichnet.
Einteilung der Fette
Fette werden entsprechend ihrer Herkunft in tierische und pflanzliche Fette eingeteilt. Die pflanzlichen Fette enthalten den größten Anteil an ungesättigten Fettsäuren und sind daher für unsere Nahrung wertvoller, als die tierischen Fette. Dies gilt allerdings nicht, wenn sie durch Erhitzung bearbeitet wurden. Raffinierte oder gehärtete Fette enthalten überwiegend die langkettigen gesättigten Fettsäuren und diese haben eine eher schädliche Wirkung auf den Körper. So unterscheidet man auch zwischen gutem und schlechtem Cholesterin, dessen Wirkung genau gegensätzlich ist. Das schlechte Cholesterin bzw. Cholesterol (gesättigte Fettsäure) kann sich an den Wänden der Adern absetzen und Thrombosen bilden, die zum Herzinfarkt führen. Das gute Cholesterin (ungesättigte Fettsäure) sorgt u.a. dafür, dass eben dieses schlechte Cholesterin abgebaut wird.
Fette im menschlichen Organismus
Fett ist ein ausgezeichneter Energiespeicher, da sein Brennwert viel höher ist, als der von Kohlenhydraten oder Eiweißen. Es schützt den Körper aber auch vor thermischen oder mechanischen Angriffen von außen. Es reguliert den Wärmehaushalt und umgibt unsere Organe mit einer Schutzschicht.
Außerdem ist Fett wesentlicher Baustein für unsere Körperzellen, denn es enthält die essentiellen Fettsäuren, die unser Organismus zum Aufbau von Zellen und Zellmembranen benötigt.
Ohne Fette in der Nahrung könnten die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K vom Körper nicht aufgenommen werden.
Täglicher Bedarf
Der durchschnittliche Tagesbedarf an Fetten beträgt etwa 0,5g bis 1g pro Kilogramm Körpergewicht, abhängig vom Gesamtenergiebedarf. Bei der Ermittlung des Fettgehalts darf man nicht vergessen, dass viele Lebensmittel versteckte Fette enthalten, die man nur Anhand der Liste der Inhaltsstoffe genau abschätzen kann. Vermeiden sollte man die sog. Transfette, die bei der industriellen Verarbeitung von Fettsäuren entsteht. Dieses Fett enthält überwiegend die schlechten LDL-Cholesterine, die für Bildung von Thrombosen verantwortlich sind und letztendlich zum Herzinfarkt führen können. Gesund hingegen sind pflanzliche Fette wie kaltgepresstes Olivenöl und frischer Fisch.
Die Linolsäure gilt als die wichtigste essentielle Fettsäure und ist vor allem in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:
Sonnenblumenöl 63 %
Sojaöl 56 %
Erdnussöl 31 %
Schweineschmalz 9 %
Olivenöl, kaltgepresst 8,9 %
Butter 5 %
Bei der Auswahl der Lebensmittel und deren Zubereitung gelten einige allgemeinverbindliche Regeln. In erster Linie sollte man so oft wie möglich frische Produkte essen und die Aufnahme von Transfetten vermeiden. Auf diese Art lässt sich auch besser kontrollieren, wie viel Fett wir zu uns nehmen und von welcher Qualität diese ist.
Fett sollte der Nahrung so spät wie möglich zu gesetzt werden und beim Braten nie über den Siedepunkt erhitzt werden. Fett ist lichtempfindlich und sollte daher dunkel bei Raumtemperatur gelagert werden, um die enthaltenen Vitamine nicht zu zerstören.
Enthält ein Lebensmittel fettlösliche Vitamine, so sollte man eine geringe Menge Öl oder Butter am Ende des Garvorgangs hinzugeben. Bei Mohrrüben z.B. bietet sich an, diese zuerst in wenig Wasser zu dünsten und dann kurz vor dem Servieren in etwas Butter zu schwenken. So lösen sich die wichtigen Beta-Karotine, die eine Vorstufe zum Vitamin A sind.

