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Anorexia nervosa (Magersucht)

Geschrieben am 28. Juli 2009

anorexia 4Unter Magersucht versteht man eine krankhafte Essstörung, die durch starken Gewichtsverlust gekennzeichnet ist. Die Krankheit betrifft überwiegend Frauen und beginnt das erste Mal in der Pubertät. Die jungen Mädchen fühlen sich oft, selbst wenn sie schon völlig abgemagert sind, noch zu dick. Ihnen geht jedes Verhältnis für dick und dünn verloren. Im Gegensatz zur Bulimie stellen Magersüchtige das Essen fast oder sogar ganz ein. Sie verweigern die Nahrung und müssen oft zwangsernährt werden. Es ist nicht schwer vorzustellen, dass dies auf Dauer zu schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tode führen kann.

Ursachen
Die Ursachen einer Magersucht sind schwer zu finden, meistens sind es mehrere Faktoren, die aufeinander treffen. Probleme in der Familie oder im sozialen Umfeld, das geltende Schönheitsideal, hormonelle Veränderungen in der Pubertät und Depressionen können Auslöser für eine Magersucht sein.

Symptome
Oft wird eine Magersucht erst sehr spät als solche erkannt. Junge Mädchen wollen schlank sein und hungern, so viel es geht. Erste deutliche Anzeichen einer Magersucht sind dann zu sehen, wenn die Patienten bereits mehr als die Hälfte ihres Ausgangsgewichtes verloren haben. Hormonstörungen führen zum Ausbleiben der Menstruation, die Muskeln sind deutlich geschwächt und es treten Kreislaufprobleme auf. In diesem Stadium der Krankheit nimmt meistens zuerst das Umfeld von Familie und Freundeskreis die Krankheit wahr. Die Betroffenen selber leugnen ein krankhaftes Verhalten und betrachten sich selber als gesund. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es notwendig, dass ärztlicher Rat und Hilfe eingeholt wird, denn magersüchtige Menschen sind, auch durch ihre ständige Unzufriedenheit mit sich selber, selbstmordgefährdet. Sie verlieren den Kontakt zu ihrem Umfeld und ihren Freunden, weil sie sich dort nicht mehr verstanden fühlen, ziehen sich in die Einsamkeit zurück und hungern dort weiter. Es ist wie ein Selbstmord auf Raten, der oft durch eine intensive Betreuung verhindert werden kann.

Therapie

Da wie gesagt eine Magersucht erst sehr spät als solche erkannt wird, ist eine schnelle Hilfe notwendig, um körperliche Schäden abzumildern oder zu vermeiden. In der Regel sollte am Anfang ein Klinikaufenthalt stehen, bei dem die Betroffenen unter Aufsicht wieder lernen, gesund zu essen, unter Umständen müssen sie aber auch zwangsernährt werden.
Der nächste Schritt einer Therapie besteht darin, dem Patienten erst mal bewusst zu machen, dass er krank ist. Magersüchtige halten ihr Verhalten für normal und wollen es nicht ändern. Dass sie leiden, führen sie nicht auf ihre Magersucht zurück, sondern haben dafür alle möglichen anderen Erklärungen. Sie sind meistens Einzelgänger, zu denen nur schwer Zugang zu bekommen ist, was eine besonders intensive und aufmerksame Betreuung erfordert.
Die Vermittlung eines normalen Körperbewusstseins ist zentraler Punkt einer Therapie, die bei Magersüchtigen bevorzugt unter Einbeziehung der Familie geschehen sollte, da aus diesem Umfeld oft viele Probleme kommen. Ob während dieser Zeit die Familie nur zu Therapiesitzungen zusammenkommt oder ob der Magersüchtige zuhause wohnen kann, muss gemeinsam mit einem Arzt besprochen werden. Da der Prozess bis zur Heilung oft sehr mühsam ist und lange dauert, ist auch die Aufnahme in eine betreute Wohngruppe denkbar.
Gerade in der Pubertät, wo die Magersucht am häufigsten auftritt, verändern sich die Beziehungen des Menschen, die er zu seiner Familie und seinem Umfeld hat. Auch die Eigenwahrnehmung verändert sich und man muss lernen, mit diesen Veränderungen umzugehen. Bei Magersüchtigen ist dieser Schritt des Erwachsenwerdens gestört und muss unter Anleitung eines Therapeuten nachgeholt werden. Die Jugendlichen müssen ein stärkeres Selbstbewusstsein bekommen und lernen, ihren Platz in der Welt der Erwachsenen zu finden.


Heilungschancen

Dass Magersucht eine gefährliche Krankheit ist und zum Tode führen kann, hat sich glücklicherweise inzwischen herumgesprochen. Seriöse Modelagenturen beschäftigen keine magersüchtigen Mädchen mehr und Modemessen lassen keine Hungermodels mehr auf den Laufsteg gehen. So begrüßenswert diese Maßnahme ist, so kann sie doch nur ein erster Schritt dazu sein, dass unsere Gesellschaft langsam zu einem gesunden Körperbild findet.
Bis heute sterben etwa 10% der Magersüchtigen an ihrer Krankheit, viele bleiben dauerhaft dürr oder tragen dauerhafte körperliche Schäden davon. Für den Rest ist der Rückkehr in ein normales und gesundes Leben möglich, manchmal durch eine Spontanheilung, manchmal auch erst nach einer langen und schweren Therapie.

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