Schmerzen
Geschrieben am 8. Juli 2009
Schmerzen gehören zu den Leiden, die das Leben eines Menschen am stärksten beinträchtigen können. Wer unter häufigen oder sogar chronischen Schmerzen leidet, für den ist der Alltag nur schwer zu meistern. Nicht nur, dass die Wahrnehmung durch fortwährende Schmerzen beeinträchtigt ist, es kostet auch viel Energie, sich trotz Schmerzen durchzukämpfen. Dementsprechend müde und geschafft sind diese Menschen auch oft. Nicht selten sind aggressive oder genervte Reaktionen von Menschen nur darauf zurückzuführen, dass sie unter Schmerzen leiden. Obwohl ein Großteil der Menschen davon betroffen ist, hat es sich in unserem Bewusstsein noch nicht manifestiert, wir bezeichnen es immer noch als „schlechte Laune“. Die häufigsten Schmerzen sind Kopfschmerzen und Rückenschmerzen. Gerade in diesem Bereich hat sich die Anzahl der Betroffenen in den letzten Jahrzehnten stark erhöht.
Wie entstehen Schmerzen?
Schmerzen entstehen durch Reize auf unsere Nerven, die unterschiedlicher Herkunft sein können. Schmerzen, die im Körper entstehen, werden entweder durch mechanische oder biologisch-chemische Reaktionen hervorgerufen. Die gereizten Nerven übertragen Impulse in unser Gehirn, wo sie von uns als Schmerzen wahrgenommen werden. Für die Stärke der Schmerzen ist einmal die Intensität des Impulses verantwortlich, aber auch die Qualität der Weiterleitung in den Synapsen der Nervenzellen und die eigene persönliche Disposition verändern die Schmerzempfindung.
Oft ist die Ursache eines Schmerzes nicht dort zu finden, wo sie auftreten. Das hat mehrere Gründe, die in der komplizierten Verflechtung unseres Nervensystems zu finden sind. So kann es sein, dass im Rücken ein Nerv eingeklemmt oder gequetscht ist, die Schmerzen aber im Bauchraum auftreten. Schmerzen strahlen auch sehr oft aus, so dass die Ursache schwer festzustellen ist.
Chronische oder akute Schmerzen
Der akute Schmerz hat aus biologischer eine Art Warnfunktion. Er zeigt uns an, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Entweder sind es äußerliche oder innere Verletzungen, aber auch Krankheiten können Schmerzen verursachen.
Chronische Schmerzen signalisieren eine dauerhafte Störung des Organismus. Sie können durch Überlastung, Stress, chronische Krankheiten, psychische Störungen oder auch durch Einbildung entstehen.
Schmerzbehandlung
Schmerzpatienten brauchen in der Regel erstmal schnelle Hilfe, bevor sich der Arzt Zeit für eine ausgiebige Diagnose nehmen kann. Dazu werden geeignete Schmerzmittel oral, intramuskulär oder intravenös verabreicht, die sich an die Rezeptoren der Nerven anbinden sollen, um die Reizweiterleitung ans Gehirn zu unterbinden oder abzuschwächen. Diese Schmerzmittel können auch lokal an die Stelle gespritzt werden, wo der Schmerz auftritt, dazu braucht es aber oft spezielle Kenntnisse über die Lage von Nerven und Organen.
Der menschliche Körper besitzt auch körpereigene Schmerzmittel. Im Falle von schweren Verletzungen werden Botenstoffe ausgesandt, die uns gegen einen übermäßigen Schmerz schützen. Erleidet der Mensch einen Schock, dann folgt ebenfalls die gleiche Schutzreaktion. Endorphine werden ausgeschüttet und sorgen für eine Art Betäubung.
Für eine dauerhafte Schmerzbehandlung helfen solche Maßnahmen natürlich nicht. Hier müssen die Ursachen festgestellt und langfristige Therapien durchgeführt werden. Der Mensch hat ein sog. Schmerzgedächtnis, wir können lernen, Schmerzen zu empfinden und das bringt uns oft in eine Aufwärtsspirale. Wir können aber auch lernen, keine Schmerzen zu empfinden oder den Schmerz zu vergessen.
Zuerst müssen natürlich die körperlichen Ursachen für Schmerzen bekämpft werden. Bei einem Bandscheibenvorfall zum Beispiel kann ein Physiotherapeut mit verschiedenen Maßnahmen den Körper wieder in seine ursprüngliche Position zurück bringen. Das Einrenken von Wirbeln ist jedoch nicht ganz ungefährlich, gerade wenn es am Kopfbereich geschieht. Körperliche Motive für einen chronischen Schmerz müssen grundsätzlich vorher ausgeschlossen werden, bevor man mit einer Psychotherapie beginnt.
Bei vielen Patienten mit chronischen Schmerzen werden keine körperlichen Ursachen gefunden. Hier wirken neben Schmerzmitteln vor allem auch Psychotherapien, die dem Patienten helfen sollen, den Schmerz quasi zu vergessen. Meditation, Autogenes Training und andere Entspannungsübungen können eingesetzt. Auch eine Hypnose kann in diesem Gebiet helfen. Ist der Schmerz erstmal für eine Weile verschwunden, dann bestehen gute Chancen, dass er auch nicht wieder kommt, da sich der Körper erholt hat und nicht mehr so leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann.

