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Herzinfarkt

Geschrieben am 21. Juli 2009

Heart attack

Der Herzinfarkt ist in Deutschland immer noch an zweiter Stelle der häufigsten Todesursachen, obwohl die Früherkennung und Behandlung von Herzkrankheiten deutlich besser geworden ist. Beim Herzinfarkt treten irreversible Schäden an Teilen des Herzmuskels auf, die von Durchblutungsstörungen verursacht werden. Man spricht beim Infarkt von Gewebsuntergang, also dem Absterben von Muskulatur, während bei der Angina pectoris die Durchblutungsstörung nur vorrübergehend ist. Das Absterben von Gewebe wird meistens durch arteriosklerotisch verstopfte Herzkranzgefäße verursacht, in denen sich Blutgerinnsel gebildet haben.
Etwa ein Viertel der Herzinfarkte verläuft fast schmerzlos. Kommt es anschließend zu weiteren Infarkten, besteht akute Lebensgefahr. Der größere Teil der Herzinfarkte ist durch typische langanhaltende Schmerzen in der Brust, der Schulter und den Armen gekennzeichnet. Neben den Herzschmerzen kann der Betroffene zudem unter Schweißausbrüchen und Übelkeit leiden. Etwa ein Drittel der Herzinfarkte verläuft sofort tödlich, wenn nicht umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird.
Bei Verdacht auf Herzinfarkt ist Zeit ein entscheidender Faktor. Je schneller der Patient versorgt werden kann, umso größer sind die Aussichten auf Heilung. Kann im Krankenhaus schnell mit Gegenmaßnahmen begonnen werden, so sind die Überlebenschancen gut. Meistens wird dem Patienten ein Herzkatheter gelegt und eine Lysetherapie durchgeführt, die dafür sorgt, dass sich die Thrombose wieder auflöst und die Herzkranzgefäße wieder durchblutet werden.
In der ersten Stunde nach einem Infarkt ist die Gefahr besonders groß, dass es zu einem Herzkammerflimmern kommt. In diesem Fall sind die Kontraktionen des Herzmuskels nicht mehr rhythmisch pulsierend, sondern unregelmäßig und es kommt innerhalb kurzer Zeit zum vollständigen Herzstillstand. Ist kein Arzt oder Sanitäter anwesend, muss nach der Verständigung des Notrufs mit der Laienhilfe begonnen werden. Nicht selten waren durch Zufall anwesende Menschen in der Lage, durch eine Herzmassage Leben zu retten. Bei der Herzmassage wird rhythmisch, etwa im Sekundentakt, Druck auf den Thorax ausgeübt, bis das Herz wieder von alleine anfängt zu schlagen. Der zu drückende Punkt liegt etwa in der Mitte der Brust und nicht wie viele meinen, in der linken Brustseite. Gleichzeitig ist darauf zu achten, ob der Patient noch atmet und ggf. auch eine Mund-zu-Mund Beatmung vorzunehmen.

Diagnose Herzinfarkt
Da es beim Herzinfarkt in erster Linie auf die Geschwindigkeit der Erstversorgung ankommt, ist der Arzt auf die genaue Beschreibung der Symptome und die Ergebnisse des EKG angewiesen. Sind beim EKG die typischen Unregelmäßigkeiten zu erkennen, wird von einem Herzinfarkt ausgegangen und entsprechend behandelt. Im zweiten Schritt können dann über die Blutwerte des Patienten weitere Erkenntnisse gewonnen werden, die eine endgültige und sichere Diagnose zulassen.

Stationäre Behandlung und Therapie
Da nach einem ersten Herzinfarkt die Gefahr für weitere Infarkte besteht, müssen die Patienten eine Weile zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und werden dort rund um die Uhr auf einer speziellen Station von Instrumenten überwacht. Zudem muss natürlich genau abgeklärt werden, um welche Art von Herzinfarkt es sich handelt, welche Teile des Herzens wie stark geschädigt sind und ob eine Operation oder der Einsatz eines Herzschrittmachers notwendig ist.
Im Krankenhaus wird auch bereits mit einer Langzeit-Therapie begonnen, die vom Patienten zuhause fortgesetzt wird. Je nach Art des Herzinfarktes müssen unterschiedliche Therapien verordnet werden, in jedem Fall werden aber die sog. Betablocker eingesetzt, die durch Blutverdünnung die Thrombosegefahr senken. Zudem muss der Patient seine Lebensführung den geänderten Bedingungen anpassen und jegliche Risikofaktoren eliminieren. Dazu gehören natürlich Alkohol und Nikotin, aber auch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Meistens wird Herzinfarktpatienten zur Mobilisierung auch eine Physiotherapie verschrieben.
Übermäßiger Stress begünstigt das Auftreten eines Herzinfarktes, weshalb dieser auch als Managerkrankheit bezeichnet wird.

Prognose und Vorbeugung
Da Blutgerinnsel in der Regel durch Anlagerungen an sog. LDL-Cholesterine verursacht werden, ist die beste Vorbeugung eine Ernährung, in der die ungesättigten Fettsäuren überwiegen. Sie führen zu einer Erhöhung des HLD-Cholesterins im Blut und zum Abbau des „schlechten Cholesterins“ Wir finden die ungesättigten Omega-3-Fettsäuren in Fisch und Olivenöl, aber auch in anderen natürlichen Ölen und Fetten. In Japan, wo viel Fisch gegessen wird, liegt die Sterblichkeit durch Herzinfarkte um zwei Drittel niedriger als in Deutschland.
Die 1-Jahressterblichkeit beim Herzinfarkt liegt bei etwa 50%, abhängig vom Alter und der Geschwindigkeit der Erstversorgung. Von Patienten, die lebend ins Krankenhaus eingeliefert werden, überleben 90% den akuten Infarkt. Durch die gestiegene Lebenserwartung werden zunehmend ältere Menschen von Herzinfarkten betroffen sein, bei denen die Thrombosebildung meistens auch noch mit weiteren Organschädigungen einhergeht.

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