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Ergotherapie

Geschrieben am 8. Juli 2009

ergotherapieErgotherapie wird als Oberbegriff für verschiedene Arten von Beschäftigungs- und Arbeitstherapien verwendet, deren Aufgabe die Wiederherstellung und Förderung eingeschränkter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten ist. Sie wird auch als Beschäftigungstherapie bezeichnet. Den Menschen soll dabei geholfen werden,  ihren Alltag im Beruf, in der Familie und der Freizeit besser bewältigen zu können Je nach dem, worunter der Patient leidet, aber auch abhängig von seinen Fähigkeiten und Motivation, werden praktische, künstlerische, handwerkliche oder manuelle Aufgaben trainiert. Auch soziales Verhalten, der Kontakt mit anderen Menschen, kann Inhalt der Ergotherapie sein. Ziel der Ergotherapie ist es, dem Patienten das größtmögliche Maß an Selbstständigkeit im täglichen Leben und im Beruf zurückzugeben.

Ergotherapie begründet sich sowohl auf  medizinischen Kenntnissen, als auch auf sozialwissenschaftlichen Grundlagen. Sie kann unabhängig vom Alter des Patienten eingesetzt werden. Sie wird bei Bewegungsstörungen, nervösen Störungen, bei Nervenleitungsstörungen genauso eingesetzt, ebenso wie bei psychischen und sozioemotionalen Problemen. Die Ergotherapie ist ein nachgewiesener Maßen wirksames Mittel für viele Arten von Störungen und daher auch ein anerkanntes Heilmittel, das vom Arzt verschrieben werden kann.

Man könnte sagen, dass sich die Ergotherapie individuell mit dem konkreten Leben des Menschen beschäftigt. Sie bietet ihm Hilfe an, die Dinge zu erlernen oder wieder zu erlernen, die er können muss, um in seinem Bereich zu recht zu kommen. Sie ist also nicht abgehoben von irgendwelchen Dingen, die mit dem Alltag des Menschen nichts zu tun haben, sondern sie konzentriert sich eben genau auf diesen Alltag. Es werden keine allgemeinen Fähigkeiten trainiert, sondern ganz gezielt die benötigten Fähigkeiten.

In der Kinderheilkunde kommt die Ergotherapie häufig zum Einsatz. In der Logopädie, wo sich z. B. eine Sprachtherapeutin oder ein Sprachtherapeut mit dem Stottern von Kindern beschäftigen, ist der Einsatz notwendig. Kindern hilft es wenig, wenn sie in ihrem bekannten Umfeld ohne Sprachfehler reden könne, in der Gemeinschaft von anderen Kindern im Kindergarten oder der Schule aber wieder in alte Schemen verfallen. Hier hilft eben nur das auf den Alltag ausgerichtete Konzept der Ergotherapie. Je nach dem wie belastbar die Patienten sind und wie ihre individuellen Einschränkungen aussehen, kann die Ergotherapie in Einzelsitzungen oder als Gruppentherapie durchgeführt werden. Zu Beginn jeder Behandlung stellen Therapeut und Patient gemeinsam einen Behandlungsplan auf. In diesem wird festgelegt, welche Behinderung und welche Fertigkeiten primär behandelt werden sollen.

Der Beruf und das Aufgabengebiet des Ergotherapeuten
Der Begriff Ergotherapie ist nicht sehr bekannt, die wenigsten Menschen, die nicht selber einmal eine Ergotherapie gemacht haben, wissen überhaupt, was man darunter zu verstehen hat. Missverständnisse sind da vorprogrammiert.
Ursprünglich in den USA unabhängig von verschiedenen Berufsgruppen praktiziert, wurde die Ergotherapie immer bedeutender. So waren es auch englische Krankenschwestern, die als erste in Deutschland Patienten mit den Techniken der Ergotherapie behandelten. In Deutschland wurde dann 1953 die erste Lehreinrichtung in Hannover gegründet.
Man könnte die Ergotherapie als eine interdisziplinäre Heilmethode bezeichnen. Sie beschäftigt sich zwangsweise nicht nur mit einem Aspekt einer Krankheit, wie es Fachärzte tun, sondern sie betrachtet den Menschen als Ganzes. Sie stärkt den Patienten auf dem Weg, sich selber später helfen zu können. Sie heilt nicht, sondern sie vermittelt Fähigkeiten, quasi eine Schule für Kranke. Ein Hirnleistungstraining kann man eben nur beim Ergotherapeuten machen, nur er wird dabei gleichzeitig in der Lage sein, auch noch weitere Aspekte zu betrachten.

Nicht jeder Mensch, der psychische Probleme hat, muss eine Psychotherapie machen. Oft hilft es mehr, ihm den Weg in den Alltag zu zeigen, ihm zu vermitteln, wie er mit seinen Problemen, die vielleicht von einem traumatischen Erlebnis herrühren, am besten umgehen kann.
In der Geriatrie, wo alte Menschen oft ohne jede Hilfe sind, da wird dafür gesorgt, dass Fähigkeiten nicht verloren gehen. Der Ergotherapeut kümmert sich um den Menschen nicht erst dann, wenn er bereits aus medizinischer Sicht als krank zu bezeichnen ist, sondern bereits vorher, wenn ihm etwas fehlt, was er zum Menschsein benötigt.

Weitere Informationen zum Thema Ergotherapie finden Sie im Medizinlexikon auf imedo.de.

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