Darmkrebs
Geschrieben am 20. Juli 2009
Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung die sowohl Männer als auch Frauen trifft. Übertroffen nur noch von Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern. Darmkrebs tritt im Dickdarm des Menschen auf und ist bei nicht rechtzeitiger Erkennung zweithäufigste Krebstodesursache. Durch die Tatsache, dass im Anfangsstadium praktisch keine Symptome auftreten, ist Darmkrebs besonders heimtückisch. Meistens entwickelt sich der Krebs aus den noch gutartigen Polypen, die im Dickdarm wachsen. Erst wenn sich bereits ein bösartiger Tumor entwickelt hat, dann kommt es zu den typischen Symptomen, wie z.B. einem dunkel-blutigen Stuhl.
In den letzten Jahren haben die Fälle von diagnostiziertem Darmkrebs signifikant zugenommen, doch lässt sich das auch durch die verbesserte Früherkennung erklären.
Früherkennung
Da die Heilungschancen und der Erfolg einer Therapie ganz entscheidend von dem Zeitpunkt der Erkennung abhängen, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ab einem bestimmten Alter, besonders bei Risikopatienten, besonders wichtig.
Einen nicht sehr zuverlässigen Test gibt es bereits in der Apotheke. Dieser Test untersucht im Stuhl, ob sog. sekundäres Blut vorhanden ist. Eine zuverlässige Krebsdiagnose lässt sich damit aber nicht machen.
Für die Erkennung von Darmkrebs ist es notwendig, eine Darmspiegelung zu machen, die Koloskopie oder Endoskopie. Dabei führt der Arzt einen Schlauch in den Enddarm ein, über den er mit Hilfe eines Bildschirmes die Schleimhaut des Darmes nach Auffälligkeiten untersucht. Es können in diesem Rahmen auch kleine Gewebeproben entnommen und später im Labor untersucht werden. Die Untersuchung selber ist unproblematisch, sie ist mehr oder weniger schmerzfrei und kann auch unter Narkose stattfinden.
Inzwischen gibt es auch eine virtuelle Darmspiegelung, bei der ein dreidimensionales Bild vom Darm erstellt wird. Auf diesem Bild kann man Veränderungen im Darm erkennen, allerdings nicht beseitigen und keine Gewebeproben entnehmen. Bei einem positiven Befund muss der Patient also anschließend noch eine herkömmliche Koloskopie machen. Zudem kann das Bild keine entzündlichen Veränderungen an der Darmschleimhaut darstellen.
Da der Darm in jedem Fall vor der Untersuchung von allen Verschmutzungen durch Kot gereinigt werden muss, bekommen die Patienten eine abführende Lösung zu trinken. Etwa 24 Stunden vor der Untersuchung darf nichts mehr gegessen werden und man sollte immer eine Toilette in der Nähe haben, da die abführende Wirkung Stück für Stück einsetzt.
Operation und Therapie
Wurde Darmkrebs diagnostiziert, so wird normalerweise offen operiert und der befallene Teil des Darmes entnommen. Anschließend wird eine Chemotherapie durchgeführt. In einigen Fällen ist es auch möglich, dass bereits vor der Operation mit einer Chemotherapie versucht wird, den Tumor zu verkleinern.
Befindet sich der Tumor in der Nähe des Darmausgangs, dann musste bisher immer ein künstlicher Darmausgang gelegt werden. Da sich aber inzwischen die Operationstechniken verbessert haben, gibt es einige Chirurgen, die darauf verzichten können. Bei der Wahl der Klinik sollte man also darauf achten, einen Spezialisten auszuwählen.
Die Heilungschancen sind bei Darmkrebs nicht schlecht, doch hängt es sehr vom Zeitpunkt der Entdeckung ab. Haben sich bereits Metastasen im Körper verteilt und die Leber befallen, so sinken die Chancen deutlich. Im Schnitt überleben die Hälfte aller Patienten die ersten 5 Jahre nach der Entdeckung.
Risikofaktoren
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren für Darmkrebs, doch wie bei vielen Krankheiten ist es auch hier so, dass sich Erkenntnisse immer weiterentwickeln.
Unzweifelhaft ist die persönliche Lebensführung ein Faktor. Ballaststoffreiche Nahrung hilft dem Darm sich zu reinigen und gesund zu bleiben. Ebenso die inzwischen allgemein bekannten Faktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel spielen hier eine Rolle.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von genetischen Faktoren, die noch nicht genau bekannt sind. Wer jedoch in seiner Familie eine Neigung zu Darmkrebs erkennen kann, der sollte mit Vorsorgeuntersuchungen früher beginnen.
Bisher wurden auch die chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa als Risikofaktoren angesehen, jedoch scheint es so zu sein, dass diese Gruppe nicht überdurchschnittlich oft an Darmkrebs erkrankt.

