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Akutes Nierenversagen (ANV)

Geschrieben am 20. Juli 2009

Akutes Nierenversagen (ANV)

Als akutes Nierenversagen wird die vorübergehend auftretende unzureichende oder völlig ausgefallene Funktion der Niere bezeichnet. Man unterscheidet dabei zwischen dem prärenalen ANV, dem renalen ANV und dem postrenalen ANV. Das prärenale ANV ist durch Kreislaufstörungen bedingt, das renale durch eine Funktionsstörung im Nierengewebe und das postrenale ANV durch eine Abflussstörung im Harntrakt. Wird das akute Nierenversagen nicht ausreichend behandelt, dann kann es zu einer chronischen Erkrankung kommen, bei der die Funktion der Nieren dauerhaft geschädigt ist. Dagegen ist bei einer rechtszeitigen und ausreichenden Behandlung das ANV reversibel und die Gesundheit des Patienten kann ohne bleibende Schäden wieder voll hergestellt werden.

Die Nieren – Aufgabe und Funktionsweise

Der Mensch hat im Normalfall zwei Nieren, die spiegelbildlich als Paare angeordnet sind. Sie befinden sich rechts und links von der Wirbelsäule in Höhe der unteren Rippenbögen.
Die Aufgabe der Nieren besteht in der Reinigung des Blutes von Harnstoffen, Wasser und anderen Stoffwechselprodukten, sowie deren spätere Ausscheidung über die Harnwege. Die Nieren sind sehr stark durchblutet und enthalten ein Filtersystem, durch das die zu filternden Bestandteile des Blutes hindurch diffundieren können. Auf diese Weise reinigt die Niere das Blut.
Mit ihrem Filtersystem trägt die Niere auch zur Regulierung des Blutdruckes bei, sie beeinflusst den Säure-Basen-Gehalt des Blutes und reguliert den Wasser- sowie den Elektrolythaushalt des Menschen. Fallen die Nieren längere Zeit aus, so stirbt der Mensch an einer Vergiftung durch die eigenen Stoffwechselprodukte. Kann die Funktion der Niere nicht wieder hergestellt werden, dann muss schnell mit einer externen Blutwäsche, der sog. Dialyse begonnen werden.

Nierensteine
In der Niere können sich sog. Nierensteine oder Harnsteine bilden, die sich erst in der Niere ablagern und später dann in den meisten Fällen durch die Harnleiter ausgeschieden werden.
Wie Nierensteine entstehen, ist noch nicht endgültig geklärt, es hat jedoch etwas mit dem Wasserhaushalt des Menschen zu tun. Wer regelmäßig viel Bier und Wasser trinkt, der hat ein geringeres Risiko, dass sich bei ihm Nierensteine bilden.
Die Nierensteine können sich in ihrer Art und Zusammensetzung erheblich von einander unterscheiden. Häufiger handelt es jedoch um die Harnsteine, die durch das Auskristallisieren von Harnstoffen entstehen. Bis zu einem Durchmesser von ca. 9 mm können sie den Körper auf natürlichem Wege wieder verlassen, auch wenn das oft mit großen Schmerzen verbunden und nicht ohne ärztliche Hilfe möglich ist. Meistens wird dem Patienten eine Infusion gegeben, die das Ausscheiden oder Auflösen des Steins begünstigt. Zudem muss sich der Patient regelmäßig bewegen, um den Stein quasi Dank Hilfe der Schwerkraft und der Bewegung nach unten zu befördern. Nur wer einmal in seinem Leben unter solchen Schmerzen gelitten hat, der weiß, was es bedeutet, Nierensteine zu haben. Frauen, die davon betroffen waren, wissen zu berichten, dass der Schmerz mit Geburtsschmerzen vergleichbar ist.
In einigen Fällen sind die Nierensteine bereits zu groß geworden oder mit der Niere verwachsen. In diesem Fall ist ein operativer Eingriff notwendig, bei dem im ersten Schritt eine Sonde über die Harnleiter in Richtung Niere eingeführt wird. Die Sonde soll den Stein erreichen und zerstören. Ist das nicht möglich, dann kann im zweiten Schritt versucht werden, mit dem Einsatz eines Lasers den oder die Steine zu zertrümmern. Auch mit Schallwellen kann versucht werden, Steine zu zertrümmern.
Zur Vorbeugung gegen Nierensteine haben die Ärzte folgende leicht zu merkende Formel aufgestellt: Saufen und Laufen. Viel Trinken und viel Bewegung sind der beste Schutz gegen Nierensteine, da sie dann schon im Anfangsstadium wieder aufgelöst und mit dem Urin ausgeschieden werden können. Besonders gefährdet sind Patienten mit Diabetes oder  Durchblutungsstörungen. Sie müssen durch eine entsprechende Ernährung und kontrolliertes Trinken dafür sorgen, dass es nicht zu häufigen Schädigungen der Nieren kommt, die dann am Ende in einem totalen Nierenversagen führen.

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